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Bernd SchattnerMenü

Schriftliche Frage

Zahl der trotz vollständigem Impfschutz an COVID-19 verstorbenen und erkrankten Personen in Großbritannien

Eingereicht
23. Dezember 2021
Drucksache
20/311
Eingebracht von
Bernd Schattner, MdB
Wahlperiode
20.

Eine Schriftliche oder Mündliche Frage stellt immer eine einzelne Abgeordnete oder ein einzelner Abgeordneter.

Die Frage

Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung für Deutschland aus den hohen Raten von Corona-Kranken und an Corona Verstorbenen mit vollständigem Impfschutz in Großbritannien (https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploa ds/system/uploads/attachment_data/file/1037987/ Vaccine-surveillance-report-week-48.pdf)?

Die Antwort der Bundesregierung

In dem Bericht „COVID-19 vaccine surveillance report (Week 48)“ der britischen Gesundheitsbehörde „UK Health Security Agency“ wird u. a. auch die Rate an SARS-CoV-2 assoziierten Infektionen/Hospitalisierungen/Todesfällen der vergangenen vier Wochen nach Altersgruppen dargestellt (Tabelle 11 S. 34). Wie in Anbetracht der aktuellen Evidenz hinsichtlich der hohen Impfeffektivität der verwendeten COVID-19-Impfstoffe zu erwarten, ist erkennbar, dass die Rate an Hospitalisierungen und Todesfällen in der ungeimpften Bevölkerung in jeder Altersgruppe deutlich höher ist als in der entsprechenden Altersgruppe der geimpften Bevölkerung. Dass die Rate selbst – eine 4-Wochen-Inzidenz – in beiden Gruppen hoch ist, lässt sich u. a. durch den hohen Infektionsdruck und weniger weitreichende Infektionsschutzmaßnahmen erklären. Die Rate an SARS-CoV-2-Infektionen ist in mehreren Altersgruppen in der geimpften Bevölkerung höher als in der ungeimpften Bevölkerung. Auch auf diesen Umstand wird in dem Bericht eingegangen und eindrücklich davon abgeraten, dass aus diesen Daten Impfeffektivitäten berechnet werden sollen, weil die Verzerrungen bei der inzwischen sehr hohen Impfquote im Vereinigten Königreich (GBR) keine weiteren Analysen ohne Adjustierung (also Berücksichtigung von Verzerrungsfaktoren) zulassen. Zu diesen möglichen Verzerrungsfaktoren nehmen die Autoren z. B. auf Seite 35 Stellung. Auch in Deutschland werden die Inzidenzen nach Impfstatus und die Anteile von Impfdurchbrüchen an COVID-19-Fällen engmaschig beobachtet und wöchentlich vom Robert Koch-Institut (RKI) berichtet. Die Beobachtungen lassen auf eine weiterhin hohe Effektivität der COVID-19-Impfungen gegenüber schwerer Erkrankung oder Tod schließen, auch wenn die Effektivität gegenüber einer symptomatischen Infektion langsam abnimmt. Insbesondere in der Altersgruppe „ab 60 Jahren“ lässt sich jedoch mit steigender Auffrisch-Impfquote auch eine steigende Impfeffektivität gegenüber symptomatischer Infektion beobachten.

Original beim Deutschen BundestagZurück ins Archiv