Kleine Anfrage
Populationsentwicklung der Honigbienen sowie Honigimporte
- Eingereicht
- 5. September 2023
- Drucksache
- 20/8214
- Eingebracht von
- Fraktion der AfD
- Wahlperiode
- 20.
Eine Kleine oder Große Anfrage bringt die Fraktion ein. Bernd Schattner hat sie mitgezeichnet – sie ist nicht seine allein.
Die Anfrage im Wortlaut
Vorbemerkung der Fragesteller
„Wildbienen und Honigbienen sind wegen ihrer Bedeutung für die biologische Vielfalt durch das Bundesnaturschutzgesetz und die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt“ (https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/artenvielfalt/bienen-fuettern/massnahmen.html). Bienen liefern Honig, sind aber vor allem als Bestäuber vieler Pflanzen in der Landwirtschaft sowie dem Obstund Gartenbau unersetzlich. Erste Wege zur Weiterentwickelung von Anbaukonzepten, beispielsweise eine standortangepasste Fruchtfolge, die Aktualisierung von Schadschwellen oder intelligente Lösungen für den nichtchemischen Pflanzenschutz, die Erhöhung der Vielfalt von Anbaukulturen, werden bereits beschritten (ebd.). „Durch die optische Erkennung von beispielsweise Unkrautnestern werden Herbizide gezielt nur dort gespritzt, wo sie wirken sollen. Prognosemodelle, die das Auftreten der Schaderreger, Wetterdaten und die Entwicklung der Kultur einbeziehen, zeigen die richtigen Zeitpunkte für chemische Pflanzenschutzmaßnahmen an […]“ (ebd.). Bakterien, Viren und Parasiten und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln erschweren das Leben der Honigbienen und Wildbienen. Durch die Abtötung der Nahrungsgrundlagen, Wildund Beikräuter im Acker-, Obstund Weinbau durch Herbizide entfallen wichtige Nahrungsgrundlagen und kleinflächige Lebensräume für Insekten (https://www.bmuv.de/faq/was-ist-der-zusammenhangzwischen-glyphosat-und-insektensterben#:~:text=Effektiver%20Insektenschutz %20erfordert%20einen%20grunds%C3%A4tzlich,untersch%C3%A4tzende%2 0Ursache%20f%C3%BCr%20das%20Insektensterben). „Im Jahr 2022 wurden in Deutschland insgesamt rund 34.100 Tonnen Honig erzeugt. Der Konsum von Honig (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/383886/umfrage/konsum-von-honig-in-deutschland/) lag jedoch wesentlich höher. Im weltweiten Vergleich ist die Produktionsmenge von Deutschland eher gering. Die führenden Erzeugerländer (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1147653/umfrage/die-wichtigsten-erzeuger-fuer-honig-weltweit/) von Honig stellen China, die Türkei und der Iran dar“ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/206835/umfrage/erzeugung-und-verbrauch-von-honig-in-deutschland/ #:~:text=Im%20Jahr%202022%20wurden%20in,T%C3%BCrkei%20und%20d er%20Iran%20dar). „Deutschland ist bei Honig auf Importe angewiesen. So kann die Bundesrepublik Deutschland den Bedarf an Honig nur zu 28 Prozent selbst produzieren. Dementsprechend wurden im Jahr 2021 über 78.000 Tonnen Honig aus dem Deutscher Bundestag Drucksache 20/8214 20. Wahlperiode 05.09.2023 Ausland importiert“ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/201045/umfrage/herkunft-und-menge-des-nach-deutschland-exportierten-honigs/#:~:text=De utschland%20ist%20bei%20Honig%20auf,Honig%20aus%20dem%20Ausland %20importiert). Wir fragen die Bundesregierung: 1. Hat die Bundesregierung Kenntnis von der Entwicklung der Gesamtgröße der Population der Honigbienen der letzten zehn Jahre (wenn ja, bitte angeben
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Hat die Bundesregierung Kenntnis von der Entwicklung der Gesamtgröße der Population der Honigbienen der letzten zehn Jahre (wenn ja, bitte angeben)?
2. Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, wie sich die Bienenvölker in anderen Ländern (weltweit) entwickeln, wenn ja, gibt es Anzeichen für positive Entwicklungen, und wenn ja, warum?
3. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Verlustraten an Bienenvölkern in den Wintermonaten der letzten fünf Jahre (inklusive Winter 2022/2023)?
4. Hat die Bundesregierung Kenntnis vom Bestand der Wildbienen, Hummeln, Hornissen und Wespen, und wenn ja, wie ist hier die Entwicklung in den letzten zehn Jahren einzuschätzen?
5. Welche Schutzmaßnahmen für die Bienen hält die Bundesregierung, neben dem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und Mitteln aus der Förderung durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) und Agrarumweltund Klimamaßnahmen (AUKM), langfristig für erfolgreich und auf breiter Linie durchsetzbar, und welche haben sich ausdrücklich bewährt?
6. Hält die Bundesregierung die Vielfalt der Anbaukulturen durch eine deutliche Veränderung der Förderpolitik, insbesondere EU-Förderung, in der Landwirtschaft für umsetzbar, und plant Deutschland eine eigenständige klimaangepasste Steuerung? a) Wenn ja, wie wird sie diese Ziele erreichen? b) Wenn nein, wie wird sie gegensteuern?
7. Beabsichtigt die Bundesregierung, die Importquote von Bienenhonig nach Deutschland zu senken, indem die heimische Produktion gestärkt wird? a) Wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen, und sind Anreize für Berufseinsteiger bzw. Jungimker geplant? b) Wenn nein, warum nicht?
8. Beabsichtigt die Bundesregierung, den Haupthandelsweg (über den Landweg) für Honiglieferungen aus der Ukraine zu sichern, und wenn ja, wie konkret (vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/201045/umfrage/herkunft-und-menge-des-nach-deutschland-exportierten-honigs/#:~:text=D eutschland%20ist%20bei%20Honig%20auf,Honig%20aus%20dem%20Au sland%20importiert)?
9. Welchen Einfluss haben nach Kenntnis der Bundesregierung die klimatischen Veränderungen (Temperaturen, schwankende Niederschläge, abiotische und biotische Schäden) auf die Populationsentwicklung der Bienenvölker in Deutschland, und ist ein Trend erkennbar?
10. Welche neuen Erkenntnisse kann die Bundesregierung aus den laufenden Monitoring-Programmen „Deutsches BienenMonitoring“ (https://bienenmonitoring.uni-hohenheim.de/), des Instituts für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut (https://www.julius-kuehn.de/bs/) und „Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften“ (https://www.monitoringzentrum.de/steckbriefe/monvia-monitoring-der-biologischen-vielfalt-der-agrarla ndschaft#:~:text=Mit%20dem%20bundesweiten%20Monitoring%20der,B ewertung%20umweltpolitischer%20F%C3%B6rderma%C3%9Fnahmen% 20geschlossen%20) bereits zur Kenntnis geben? Gibt es bereits Problemlösungsansätze (bitte ausführen)?
11. Hat die Bundesregierung Kenntnis zum aktuellen Auftreten der Bienenparasiten Kleiner Beutenkäfer und Asiatische Hornisse in den deutschen Bundesländern (Forschungsund Innovationsprojekt „Bee Warned“, https://www.lwg.bayern.de/beewarned)? a) Wenn ja, wo und in welcher Populationsgröße treten sie auf? b) Wenn ja, gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung inzwischen resistente Bienenrassen und/oder eine Impfung gegen den Parasitenbefall?
Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage erscheint als eigene Drucksache und ist hier nicht abgedruckt. Sie ist über die Parlamentsdatenbank des Deutschen Bundestages unter derselben Vorgangsnummer zu finden.
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