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Bernd SchattnerMenü

Schriftliche Frage

Gründe für den aktuellen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland

Eingereicht
9. August 2024
Drucksache
20/12484
Eingebracht von
Bernd Schattner, MdB
Wahlperiode
20.

Eine Schriftliche oder Mündliche Frage stellt immer eine einzelne Abgeordnete oder ein einzelner Abgeordneter.

Die Frage

Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, warum nach Prognosen des Internationalen Währungsfonds Deutschlands Bruttoinlandprodukt aktuell das einzige unter den G7-Staaten ist, das schrumpft, obwohl Krisen wie der Ukraine-Krieg oder die Corona-Pandemie auch alle anderen Länder betroffen haben (https://de.euronews.com/business/2023/07/30/deutschlands-schrumpfende-wirt schaft-sorgenkind-2023-in-eurozone-und-g7)?

Die Antwort der Bundesregierung

Laut Meldung des Statistischen Bundesamtes vom 30. Juli 2024 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,3 Prozent zurückgegangen: www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/07/PD24_289_811.html. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in seiner Prognose vom 16. Juli 2024 einen Anstieg des BIP in Deutschland in diesem Jahr von 0,2 Prozent und im nächsten Jahr von 1,3 Prozent: www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/07/16/world-economic-outlook-update-j uly-2024. Die Bundesregierung ging in ihrer Frühjahrsprojektion vom 24. April 2024 von ähnlichen Wachstumsraten aus (2024: +0,3 Prozent; 2025: +1,0 Prozent); siehe: www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/Projektionen-der-Bundesregierung/projektionen-der-bundesregieru ng-fruehjahrsprojektion-2024.html. Im vergangenen Jahr war die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland noch deutlich von den Nachwirkungen der vorangegangenen Krisen geprägt. Aufgrund der vormals relativ hohen Abhängigkeit von Energie aus Russland war Deutschland in besonderem Maße von den Verwerfungen an den Energiemärkten infolge des russischen Angriffskriegs betroffen, insbesondere, da Russland die Pipeline-Gaslieferungen nach Deutschland gestoppt hatte. Die zwischenzeitlich massiven Energiepreissteigerungen und die Zweitrundeneffekte, die zu deutlichen Preisanstiegen bei Gütern und Dienstleistungen in der Breite geführt haben, dämpften die Kaufkraft der privaten Haushalte. Zudem ist Deutschland mit seinem großen Gewicht der Industrie, die stark exportorientiert und in internationale Wertschöpfungsketten eingebunden ist, besonders von der schwachen Entwicklung der Weltwirtschaft negativ betroffen. Für nächstes Jahr ist gemäß der IWF-Prognose zu erwarten, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland in ähnlicher Größenordnung liegt wie in vergleichbaren Industriestaaten oder wie im Euroraum insgesamt.

Original beim Deutschen BundestagZurück ins Archiv