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Bernd SchattnerMenü

Mündliche Frage

Auswirkungen der internationalen Zollpolitik auf die deutsche Wirtschaft

Eingereicht
25. Juni 2025
Drucksache
21/13
Eingebracht von
Bernd Schattner, MdB
Wahlperiode
21.

Eine Schriftliche oder Mündliche Frage stellt immer eine einzelne Abgeordnete oder ein einzelner Abgeordneter.

Die Frage

Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, in welcher Art und Weise die internationale Zollpolitik momentan die deutsche Wirtschaft finanziell trifft?

Die Antwort der Bundesregierung

Die Trump-Administration hat seit Amtsantritt Zölle auf Importe deutlich erhöht. Aktuell gilt ein allgemeiner Importzoll von 10 Prozent. Für Sektoren wie Stahl und Aluminium liegen die Zollsätze mit 50 Prozent (seit 4. Juni) und Autos und Autoteile mit 25 Prozent noch deutlich darüber. Die universellen 10-Prozent-Zölle könnten sich laut US-Administration am 9. Juli 2025 auf einen länderspezifischen („reciprocal“) Zollsatz erhöhen, sofern vorher keine Vereinbarung geschlossen wird. Die dynamische Entscheidungslage in der internationalen Handelspolitik erschwert derzeit belastbare Aussagen über die genauen finanziellen Auswirkungen in Deutschland. Angesichts der engen Handelsund Produktionsverflechtungen Deutschlands mit den USA sowie der Exportorientierung sind durch Zollerhöhungen spürbare negative Auswirkungen auf die deutsche Außenund Gesamtwirtschaft zu erwarten. Modellrechnungen geben grobe Anhaltspunkte zu den wirtschaftlichen Effekten. Je nach Modellrahmen, unterstellter Höhe der Zollanhebungen, betrachtetem Zeitraum oder der Unterstellung von Gegenmaßnahmen fallen die Schätzungen dabei aber recht unterschiedlich aus. Der sprunghafte Wechsel der US-Zollankündigungen und -erhebungen hat bereits jetzt die wirtschaftspolitische Unsicherheit weltweit massiv erhöht, was die Investitionstätigkeit der Unternehmen und auch den Konsum der privaten Haushalte tendenziell bremst. Zu Jahresbeginn war zu beobachten, dass in Reaktion auf die angekündigten US-Zollanhebungen vielerorts Lieferungen in die USA vorgezogen wurden. Im weiteren Verlauf ist aber – insbesondere im Falle weiterer Zollanhebungen und anhaltender handelspolitischer Unsicherheit – mit erneuten Einbußen im Exportgeschäft zu rechnen. Die derzeitigen Verhandlungen der EU-Kommission mit den USA zielen darauf ab, Zollerhöhungen zu vermeiden, den transatlantischen Handel auf eine verlässliche Grundlage zu stellen und die Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa in strategischen Feldern zu vertiefen. Damit sollen negative Auswirkungen auf die Wirtschaft so weit wie möglich reduziert werden.

Original beim Deutschen BundestagZurück ins Archiv