Rede im Bundestag
Beschleunigung der Vergabe öffentlicher Aufträge
23. April 2026 · 09:51 Uhr · 74. Sitzung · TOP ZP 3 · 00:04:26
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Schattner das Wort.
Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Nachdem Herr Gebhard vorhin so schön
durch diverse Schlager geführt hat, möchte auch ich gerne mit einem
Schlager beginnen: Liebe Koalition – frei nach Wolfgang Petry –, warum
schickt ihr uns in die Hölle? Ganz ehrlich: Sie verkaufen hier ein
Gesetz als Fortschritt, in Wahrheit aber ist es
ein planwirtschaftliches Täuschungsmanöver. Man erkennt zwar, dass Sie das
Problem sehen. Aber Ihre Lösung ist Gift für den Standort; denn: Ja, schnellere Verfahren sind richtig, und das
fordern wir als AfD schon seit Jahren. Aber was machen Sie daraus? Sie verstecken hinter einer Fassade
von Entlastung Ihre nächste ideologische Großbaustelle.
Der eigentliche Kern dieses Gesetzes ist doch klar: Sie wollen den
Wettbewerb aushebeln. Sie wollen steuern, wer Aufträge
bekommt – nicht nach Leistung, nicht nach dem besten Preis, sondern nach
politischem Wohlverhalten. Klimafreundliche Beschaffung“ nennen
Sie das. Ich nenne das: Sozialismus durch die Hintertür.
Der Handwerksbetrieb, der effizient arbeitet und den Steuerzahler
entlastet, steht plötzlich hintenan, weil er nicht in Ihr politisches
Raster passt, weil er nicht grün genug ist.
Stattdessen bekommt derjenige den Zuschlag, der Ihre Schlagworte am
besten nachplappert, auch wenn er teurer und schlechter ist.
Das ist die Zerstörung des Leistungsprinzips.
Und wer zahlt das Ganze? Natürlich der Steuerzahler.
Die Staatsausgaben laufen völlig aus dem Ruder, weil der Staat sich als
Oberkontrolleur aufspielt, anstatt den Markt arbeiten zu lassen.
Aber die Menschen im Land lassen sich nicht länger für dumm verkaufen.
Sie merken längst, dass die Staatsausgaben aus dem Ruder laufen.
berall dort, wo der Staat als Auftraggeber auftritt, wird es teurer
und ineffizienter. Sie sprechen in dem Gesetzentwurf
auch von Bürokratieentlastung; es sind aber gerade einmal rund
100 Millionen Euro weniger Bürokratiekosten bei circa
140 Milliarden Euro jährlicher Belastung für die Wirtschaft.
Das ist kein Fortschritt, das ist eine pure Verhöhnung all jener, die
dieses Land mit ihrer Hände Arbeit finanzieren.
Oder anders gesagt: Dieses Gesetz ist genau wie Ihre Energiewende – viel
sinnlos verbranntes Geld, große Worte, und am Ende zahlt der Bürger
die Zeche. Mittlerweile dauern große
Infrastrukturprojekte in Deutschland oft Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.
Schauen Sie sich das Elend doch an: Während die Welt an uns vorbeizieht,
während andere Nationen bauen und wachsen, ersticken wir
hier im Formulardschungel. BER, Stuttgart 21, das sind doch die
Mahnmale Ihres Staatsversagens, die jeder in diesem Land sehen kann.
Während andere Länder bauen, diskutiert Deutschland. Während andere Länder Projekte fertigstellen, prüft
Deutschland noch Formulare. Genau deshalb brauchen wir endlich
Bürokratieentlastung statt endloser Verfahren.
Wer Verfahren verschleppt, wer Entscheidungen verzögert, der darf
sich nicht hinter Zuständigkeiten verstecken. Dann müssen auch Entscheidungsbefugnisse neu geordnet werden. Ein Staat, der Jahre braucht, nur um
einen Auftrag zu vergeben, hat seine Daseinsberechtigung als
Dienstleister verloren.
Er blockiert die Zukunft, anstatt sie zu ermöglichen.
Deutschland braucht keine lahmen Ausreden, Deutschland
braucht Ergebnisse. Aber genau hier versagen Sie wieder
einmal auf ganzer Linie. Deshalb ist unser Anspruch als AfD
ganz klar formuliert: Ja, wir wollen Beschleunigung, aber echte
Beschleunigung, nicht auf dem Papier, sondern auf der Baustelle – ohne
grüne Scheuklappen, ohne politische Bevorzugung,
ohne Hinterzimmerpolitik. Wir fordern Verfahren,
die einfach funktionieren. Wir fordern Entscheidungen, die auf
wirtschaftlicher Logik basieren. Wir wollen ein Vergaberecht, das
Macher belohnt und nicht diejenigen, die das richtige Parteibuch oder die
passenden politischen Schlagworte parat haben. Dieses Gesetz ist wieder einmal ein Trojanisches Pferd: Außen lockt die
Entlastung, im Inneren lauert die totale staatliche Kontrolle über
unsere Wirtschaft. Wir lehnen diesen Irrweg ab.
Deutschland braucht kein Reförmchen einer sterbenden sozialistischen
Koalition, die uns gegen die Wand fährt. Deutschland braucht die grundsätzliche Wende zur wirtschaftlichen Vernunft. Den Takt für diesen Aufbruch werden
wir im Herbst in Sachsen-Anhalt vorgeben: für unsere Heimat, für
unsere Freiheit und für eine Zukunft, in der unsere Kinder stolz auf ein
aufstrebendes Land sein können. Vielen Dank.
Für die SPD-Fraktion hat Herr Abgeordneter Mahmut Özdemir das Wort.
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