Rede im Bundestag
Aktuelle Stunde: Verhinderung zusätzlicher Gewinne der Mineralölkonzerne
15. April 2026 · 17:02 Uhr · 70. Sitzung · TOP ZP 1 · 00:05:21
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
für die AfD-Fraktion.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Im Nahen Osten eskaliert die Lage. Eine der wichtigsten Öladern der Welt
steht faktisch still. Und was macht die Bundesregierung?
Sie kassiert – über massiv steigende Mehrwertsteuereinnahmen, über die
CO2-Abgabe an jeder Zapfsäule dieses Landes.
Und dann reden Sie hier ernsthaft von „Übergewinnen der Konzerne“.
Das ist nicht nur realitätsfern, das ist Irreführung der Bürger.
Während draußen die Preise explodieren, während Handwerker ihre
Fahrzeuge kaum noch betanken können, während Pendler sich fragen, ob sich
der Weg zur Arbeit überhaupt noch lohnt, führen Sie hier eine
klassische Scheindebatte. Denn die Wahrheit ist: Nicht die
Konzerne treiben die Preise, der Staat treibt die Preise.
Bei einem Dieselpreis von 2,30 Euro pro Liter gehen rund 60 Prozent
direkt an den Staat – 60 Prozent! 33 Milliarden Euro nimmt dieser
gierige Staat alleine über Steuern und Abgaben auf Sprit mittlerweile
jedes Jahr ein. Der größte Krisen- und Kriegsgewinner
sitzt nicht irgendwo im Ausland, er sitzt genau hier im Saal, nämlich auf
der Regierungsbank. Und trotzdem zeigen Sie mit dem
Finger auf andere. Die Grünen reden von „Übergewinnen“,
die SPD nickt, und die CDU macht mit. Das ist keine Lösung, das ist
Ablenkung von der eigenen Verantwortung. Vor wenigen Wochen hieß es bei Ihnen noch: „Steuersenkungen bringen
nichts!“ Und plötzlich senken Sie doch die Energiesteuer.
Was denn nun? Die Wahrheit ist: Diese 17 Cent sind
kein Entlastungspaket, sie sind ein Alibi – zu wenig, zu
spät und bewusst befristet! Das ist kein Konzept, das ist ein
einfacher, billiger PR-Trick! Und dann wird es noch dreister.
Diese angebliche Entlastung wird über höhere Tabaksteuern gegenfinanziert.
Das heißt doch im Klartext nichts anderes als: Sie geben den Menschen
an der Tankstelle ein Almosen für zwei Monate und holen es sich an
anderer Stelle doppelt und dreifach wieder zurück.
Das ist eben kein Entlasten, das ist eine massive Steuererhöhung
durch die Hintertür. Sie geben mit der einen Hand und
greifen mit der anderen nur noch tiefer in die Tasche der Bürger.
Meine Damen und Herren, hören Sie doch endlich auf,
die Realität zu verdrehen. Die Preise steigen wegen globaler
Krisen – ja. Aber sie steigen vor allem wegen
politischer Entscheidungen und einer Steuerpolitik, die jede Entlastung im
Keim erstickt; das ist schlicht die Wahrheit.
Und genau diese Wahrheit wollen Sie nicht aussprechen.
Die Folgen Ihrer Politik sind längst sichtbar: Steigende Transportkosten
treiben die Preise in allen Bereichen, Handwerksbetriebe geraten
unter Druck, Landwirte kämpfen mit explodierenden Betriebskosten, und
ganz normale Arbeitnehmer verlieren Monat für Monat an Kaufkraft.
Das ist kein abstraktes Problem, das ist die Lebensrealität von Millionen
Menschen hier in unserem Land. Reden Sie doch mal mit der
Pflegekraft, die im ländlichen Raum auf ihr Auto angewiesen ist und für
die der Weg zur Arbeit unmöglich wird. Reden Sie mit dem Handwerker, dessen Kalkulation wegen der Spritpreise
zerstört wird. Für diese Menschen sind die Preise
eine Existenzfrage. Sie wissen überhaupt nicht, wie es
diesen Leuten da draußen geht. Aber Herr Hardt von der CDU – leider
ist er heute nicht da – hat ja bereits bewiesen, wie weit er sich
von der Lebensrealität der Bürger entfernt hat.
Wer sich hinstellt und behauptet, man könne den Autofahrern ruhig 25 Euro
mehr pro Tankfüllung zumuten, zeigt die ganze Dekadenz und Arroganz eines
Großteils der Mitglieder dieses Hauses.
Natürlich fühlen sich nach über 20 Jahren im Bundestag und
Nebeneinkünften im sechsstelligen Bereich 25 Euro für ihn
wahrscheinlich an wie Kleingeld. Aber für die Menschen, die dieses
Land am Laufen halten, ist das genau das Geld, das am Ende des Monats für
das Füllen des Kühlschranks fehlt. Und was ist Ihre Antwort darauf?
Eine Aktuelle Stunde über Übergewinne. Das ist nicht nur am Thema vorbei, das ist ein Versuch, die Debatte
bewusst in die falsche Richtung zu lenken. Wir von der AfD sagen ganz klar: Wer wirklich entlasten will, muss die
Ursachen angehen und nicht an Symptomen herumdoktern.
Unsere Vorschläge liegen schon lange auf dem Tisch: Abschaffung der
CO2-Steuer, Senkung der Energiesteuer auf das europäische Mindestmaß,
Reduzierung der Mehrwertsteuer für Kraftstoffe auf 7 Prozent.
Das bedeutet sofort bis zu 80 Cent weniger pro Liter –
und das dauerhaft. Das wäre echte Entlastung!
Das ist Geld, das bei den Bürgern bleibt. Das ist Kaufkraft. Stellen Sie eine Zwischenfrage, dann
beantworte ich sie Ihnen gerne. – Das ist Geld, das bei den Bürgern bleibt.
Stellen Sie doch eine Zwischenfrage, wenn Sie sich das trauen.
Das ist Kaufkraft für unsere Wirtschaft, und das ist Luft zum
Atmen für Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen.
Die Menschen draußen sehen längst, was passiert: Sie zahlen immer mehr
und bekommen immer weniger zurück. Sie erleben eine Politik, die ihnen
erklärt, warum alles teurer wird, aber nicht, wie
es wieder günstiger wird. Genau deshalb wächst das Misstrauen –
nicht wegen der Bürger, sondern wegen Ihrer Politik.
Diese Aktuelle Stunde ist kein Lösungsansatz, sie ist ein
Ablenkungsmanöver, ein Versuch, Verantwortung umzulenken, statt sie
endlich zu übernehmen. Wer die Preise wirklich senken will,
muss die Steuerlast senken. Alles andere sind billige Nebelkerzen
auf Kosten unserer Bevölkerung. Vielen Dank.
Der nächste Redner in dieser Debatte ist Sebastian Roloff
In der Mediathek des BundestagesAlle Reden