Rede im Bundestag
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
16. September 2025 · 18:41 Uhr · 23. Sitzung · TOP Epl 10 · 00:03:21
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Frau Präsidentin! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Der neue Agrarhaushalt umfasst gerade
einmal noch 6,9 Milliarden Euro. Das sind wieder 200 Millionen weniger
als im Vorjahr, trotz Inflation.
Und während unsere Landwirte ums Überleben kämpfen, schickt unser
Finanzminister täglich 57 Millionen Euro in die Ukraine.
Oder anders gerechnet: 74 Milliarden Euro an bilateralen
Unterstützungsleistungen seit Februar 2022 – Geld, das in Deutschland an
allen Ecken fehlt. Es wurde ja schon zweimal
angesprochen: Unsere Winzer, die ums Überleben kämpfen, bekommen jetzt
1 Million Euro für eine Werbekampagne vom Ministerium, und die Koalition
lobt sich auch noch dafür. Das ist doch, bitte schön, keine
Unterstützung, das ist keine Wertschätzung, das ist eine Ohrfeige
für unsere Bauern. Für den einzelnen Winzer bleiben da
nur noch Centbeträge übrig. Die Realität sieht doch so aus:
Spottpreise bei Getreide, weil unser Markt mit ukrainischem Billigkorn
geflutet wird. Unsere Landwirte können da preislich
niemals mithalten. Viel zu hoch sind die Produktionskosten, zu streng die Auflagen.
Im Weinsektor sieht es nicht besser aus: Rund zwei Drittel des Weines,
der in Deutschland getrunken wird, kommen aus dem Ausland.
Wir ringen mit Italien, mit Frankreich, mit Ungarn, ja sogar mit
Chile – Länder, die längst nicht die bürokratischen Fesseln tragen, die
Sie hier dem deutschen Weinbau auferlegen. Auch bei der Agrardieselrückerstattung werden unsere Landwirte wieder betrogen. Und ja, „Betrug“ ist hier genau das
richtige Wort. Der Herr Minister ist ja gerade
darauf eingegangen: Ab 1.1.2026 soll die Rückvergütung wieder kommen.
Aber warum bitte so spät? Im Wahlprogramm der Union vom Februar
2025 steht doch noch schwarz auf weiß – ich zitiere –: „Wir führen die
Agrardieselrückvergütung wieder vollständig ein.“ Dort wird sogar
vorgerechnet, dass ein durchschnittlicher Betrieb dadurch um
mehr als 5 000 Euro entlastet würde. Ich frage noch mal: Warum so spät?
Wir hätten mit diesem Haushalt die Kürzungen problemlos
zurücknehmen können. Die Realität ist doch: Den Bauern
fehlen alleine für die Jahre 2024 und 2025 insgesamt rund 485 Millionen
Euro aus dieser Steuerrückerstattung.
Genau deshalb haben wir als AfD mit unserem Antrag auf Drucksache 21/604
die sofortige Rückkehr zur vollständigen Zahlung gefordert, eben
auch für 2024 und 2025. Diesen Antrag hat die Koalition mit
ihrer Mehrheit natürlich von der Tagesordnung genommen, um von ihrem
Wortbruch abzulenken. Und dafür feiert sich dann ein Herr
Söder – mal ausnahmsweise nicht mit Burger oder Schweinshaxe auf dem
Teller – und freut sich darüber, dass sie ab 1.1.2026 vielleicht zurückkommt. Schämen sollten Sie sich dafür!
Meine Damen und Herren, so geht man nicht mit der Landwirtschaft im
eigenen Land um. Die Bauern sind das Rückgrat der Ernährungssicherheit. Ohne sie gibt es keine regionale
Versorgung, keine Qualität und keine Vielfalt.
Deshalb werden wir nicht lockerlassen. Wir werden den Antrag zur vollen Agrardieselrückerstattung immer
wieder einbringen – so lange, bis wirklich jeder Euro, der den Bauern
zusteht, bei ihnen auf dem Konto angekommen ist.
Vielen Dank.
Die Abgeordnete Anja Troff-Schaffarzyk hat jetzt das Wort für die SPD-Fraktion. Sehr geehrte Frau Präsidentin!
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