Rede im Bundestag
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
8. Juli 2025 · 20:24 Uhr · 16. Sitzung · TOP Epl 10 · 00:04:40
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Herr Minister Rainer, Ihr Haushalt
für das Jahr 2025 beträgt insgesamt gerade einmal 6,9 Milliarden Euro und
liegt damit sogar noch 46 Millionen Euro unter dem Haushalt des
vergangenen Jahres. Bei einem Gesamthaushalt von
503 Milliarden Euro ist der Regierung die Versorgung der Bevölkerung mit
gesunden Lebensmitteln also gerade einmal 1,3 %
des Haushaltes wert. In diesem Haushalt findet sich übrigens eben nicht die volle
Erstattung des Agrardiesels, wie immer wieder behauptet wird – trotz
des Versprechens der Union im Wahlkampf –, noch findet eine
spürbare Entlastung der Landwirte im Bereich Bürokratie statt.
Erst 2026 soll die Agrardieselrückvergütung wieder
eingeführt werden, und auch dazu gibt es noch kein Gesetz.
Sie entziehen damit unserer Landwirtschaft 420 Millionen Euro.
Sie betrügen hier ganz klar die Bauern. Ich halte fest: Im Wahlkampf versprochen, im Alltag gebrochen.
Und Wagyu-Burger gibt es im „Adlon“. – Fragen Sie bei den
Windanlagenbauern nach! Die können Ihnen weiterhelfen.
Zwar stärken Sie die landwirtschaftliche Unfallversicherung, kürzen aber im gleichen Zug die Bezüge für Landwirte
in der Kranken- und Altersversorgung um 65 Millionen Euro.
In der freien Wirtschaft nennt man so etwas „kreative Buchführung“ oder „Taschenspielertricks“.
Nächstes Beispiel. Sie stellen den deutschen Schweinehaltern circa 200 Millionen Euro für den Umbau
ihrer Ställe zur Verfügung. Es bleibt aber bei den sinnlosen
grünen Kriterien, die einen Umbau wirtschaftlich unmöglich machen.
Genau deshalb legen die Landwirte lieber ihre Ställe still, anstatt
unter diesen Bedingungen weiter zu produzieren.
Allein im letzten Jahr haben 520 Schweinehalter ihre Tore
für immer geschlossen. Das liegt nicht an den Marktpreisen,
Herr Minister, sondern an der irrsinnigen Bürokratie, die in
16 Jahren unionsgeführtem Agrarressort aufgebaut wurde.
Wer hat denn das Verbot der Kastenstandhaltung im Deckzentrum eingeführt? Wer hat die unsinnige Düngeverordnung eingeführt? Allein durch diese zwei Maßnahmen
haben seit 2015 41 % der Schweinehalter bzw.
10.550 Betriebe ihre Tore für immer geschlossen.
Das sind fast drei Betriebe pro Tag bzw.
ein Betrieb alle acht Stunden. Glückwunsch zu
dieser Leistungsbilanz! Übrigens: Diese grauenvolle Bilanz,
Herr Minister, haben Sie als gewählter Abgeordneter seit 2013
immer wieder mitgetragen. Und jetzt wollen Sie mit der
Abschaffung der Stoffstrombilanz, die unter Frau Klöckner von der CDU
eingeführt wurde, den Landwirten erzählen, Sie würden die Welt retten.
Sie schaffen damit doch nur wieder das ab, was Sie selbst eingeführt haben. Heute „hü!“, morgen „hott!“, immer
dem links-grünen Mainstream hinterher! Aber so kennt man mittlerweile Ihre Partei. Zurück zum Haushalt. Wenn ich mir die Zahlen genau
anschaue, muss ich feststellen: immer weniger Geld für unsere produzierende
Landwirtschaft, immer mehr Geld für Ministerien und NGOs, zum Beispiel
minus 16,7 Millionen Euro für Zuschüsse zur Digitalisierung in der
Landwirtschaft oder minus 123,7 Millionen Euro für
Zukunfts- und Investitionsprogramme in der Landwirtschaft, wovon hauptsächlich
Junglandwirte profitieren würden. Im Gegenzug aber erhält die
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 55 Millionen Euro mehr, und
Ihr Ministerium und die nachgelagerten Institute erhalten
zusammen 42,5 Millionen Euro mehr. Also, Herr Minister, knapp
100 Millionen Euro mehr für Ihr Ministerium sowie dessen Institute im
Stellenzuwachs, aber keine 200 Millionen Euro für den
Agrardiesel im Jahr 2025. Pfui Teufel!
Das ist Verrat an den deutschen Landwirten und deren Familien.
Herr Minister, man kann das Volk nicht nur melken wie eine Kuh; man
sollte es auch mal wieder mit echten Steuererleichterungen füttern wollen.
Die einzige Partei, die es gut mit der deutschen Landwirtschaft meint,
ist die AfD. Wir wollen nicht nur die Agrardieselrückvergütung rückwirkend wieder einführen, sondern auch den
Bürokratieabbau in der Landwirtschaft wirklich voranbringen.
Und deswegen, liebe Landwirte in Deutschland: Ich hoffe, Sie wissen,
wer die wahren Verräter der deutschen Landwirtschaft sind und immer schon waren. Das belegen die Zahlen der letzten
vier Minuten eindeutig. Vielen Dank.
Vielen Dank. – Ich möchte darauf hinweisen, dass personalisierte
Zuweisungen von Begriffen wie „Verräter“ in diesem Hohen Hause
nicht den Sitten entsprechen. Ich erteile das Wort Isabel Mackensen-Geis für die
Fraktion der SPD. Sehr geehrter Herr Präsident!
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