Rede im Bundestag
GAP-Direktzahlungen-Gesetz
6. Juni 2025 · 12:49 Uhr · 11. Sitzung · TOP 26 · 00:03:30
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Heute stehen erneut zwei sogenannte Öko-Regelungen zur Debatte: die
Weideprämie für Milchkühe und eine Maßnahme zur Biodiversität im
Ackerbau, beide beschlossen und jetzt schon wieder infrage gestellt.
Und warum? Weil die SPD interne Streitigkeiten
mal wieder nicht geregelt bekommt. Erst wollte Minister Backhaus aus
Mecklenburg-Vorpommern die Regelungen ganz stoppen, nun soll die Frist auf
einmal um ein Jahr verschoben werden, und zwar aus organisatorischen Gründen. Das ist, ehrlich
gesagt, ein Offenbarungseid. Man sieht, wie hier gearbeitet wird.
Aber zur Sache. Die Weideprämie in Höhe von 70 EUR
je Großvieheinheit mag auf dem Papier gut aussehen, in der Realität aber
bedeutet Weidehaltung für Milchkühe oft einen Produktionsrückgang von bis
zu 3.000 Litern Milch jährlich pro Tier.
Der Arbeitsaufwand steigt deutlich, der ökonomische Nutzen
tendiert gegen null. Kein Landwirt wird sich für diese
Maßnahme entscheiden, außer unter Zwang oder aus Idealismus.
Wirtschaftlich ist das ein Minusgeschäft; wie so oft bei
ideologisch motivierten Gesetzgebungen, wie wir sie hier
mittlerweile regelmäßig sehen. Auch die zweite Öko-Regelung – Biodiversität im
Ackerbau – ist realitätsfern. 750 EUR pro Hektar klingen gut, aber nur bei schlechten Böden.
An guten Standorten macht kein Landwirt seinen Acker zur
Distelwiese, nur um Fördergelder zu kassieren.
Unser Ziel in Deutschland muss doch Höchstertrag sein, nicht
Artenromantik auf Kosten der Ernährungssicherheit.
Beide Maßnahmen bedeuten zusammengenommen mehr Bürokratie,
mehr Kontrolle und wie so oft weniger Freiheit für unsere Bauern.
Stattdessen brauchen wir endlich Planungssicherheit und eine Rückkehr
zur Unterstützung über die erste Säule zur Einkommenssicherung.
Während man über neue Öko-Regelungen sinniert, hat man den Landwirten in
den Jahren 2024 und 2025 mal eben 500 Millionen EUR durch die
Streichung der Agrardieselrückvergütung schlicht gestohlen. Gleichzeitig schickt man wieder
einmal 5 Milliarden EUR in die Ukraine, ein Fass ohne Boden, und
lässt ukrainisches Billiggetreide weiterhin ungebremst auf unseren
Markt, 500.000 Tonnen allein dieses Jahr – das sind 10 % der
Gesamtimporte –, und die drücken massiv die Preise unserer Landwirte.
Das führt zu realen Einkommensverlusten.
Jetzt wird noch darüber nachgedacht, den Import russischen Düngers zu
sanktionieren, ein Produkt, auf das unsere Landwirtschaft dringend
angewiesen ist. Auch das wird wieder die Preise verteuern, sowohl für unsere Landwirte als auch für alle
Verbraucher hier in Deutschland. Diese Doppelmoral schadet direkt
unseren Bauern und untergräbt unsere Versorgungssicherheit.
Wir fordern deshalb die sofortige Rücknahme dieser Öko-Regelungen, und
zwar endgültig, eine vollständige Rückerstattung der
Agrardieselrückvergütung, und zwar rückwirkend für 2024 und 2025 – so
wie es die CDU in ihrem Wahlprogramm angekündigt hat –, und endlich eine
vernünftige Zollpolitik zum Wohle deutscher Bauern, nicht
zu deren Schaden. Ein echter Politikwechsel in der
Landwirtschaft geht nur mit der AfD. Und ein letzter Satz.
Herr Bauer, wie man als Sozialist über Demokratieprinzipien sprechen
kann, kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich kann auch nicht verstehen, wie Sie als ehemalige Nachfolger der SED zu demokratischen Werten stehen wollen. Vielen Dank.
Damit schließe ich die Aussprache.
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