Rede im Bundestag
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
15. Mai 2025 · 18:05 Uhr · 4. Sitzung · TOP 2.10 · 00:04:24
Das Video liegt beim Deutschen Bundestag und wird erst geladen, wenn Sie darauf klicken.
Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!
Drei Jahre Fortschrittskoalition sind endlich unrühmlich zu Ende gegangen.
Drei Jahre Geiselhaft für unsere Bauern.
Drei Jahre unter einem Landwirtschaftsminister, der sich
2021 vollmundig als Anwalt der Bauern präsentierte und nichts, aber auch
gar nichts Positives geliefert hat. Die Abschaffung der steuerlichen Begünstigung von Agrardiesel war ein
Frontalangriff auf die Lebensgrundlage bäuerlicher Betriebe.
Rote Gebiete, Pflanzenschutzmittelverordnung, mehr
Bürokratie – die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Zum Glück bleibt uns dieser Ex-Minister der Landwirtschaft
künftig erspart. Was von seiner Amtszeit bleibt, ist
ein grünes Trümmerfeld, aufgeblähte Bürokratie, ideologische Bevormundung
und ein paar gut dotierte Versorgungsposten für Parteifreunde.
Paradebeispiel: die von Özdemir eingesetzte
Bundestierschutzbeauftragte Ariane Kari, natürlich selbst
Mitglied der Grünen. Zusammen mit ihrem vierköpfigen Team
hat sie bislang über 300 000 Euro Steuergelder verbrannt, ohne
irgendeinen messbaren Nutzen vorzuweisen, außer vielleicht für
ihren eigenen Lebenslauf. Aktuell ist immer noch nicht geklärt,
ob sie bleibt oder geht. Aber schauen wir in die Zukunft und
in den Koalitionsvertrag. Vieles aus unserem AfD-Parteiprogramm
hat ja Gott sei Dank Einzug in Ihre Vereinbarung gefunden, zum Beispiel
die heute schon mehrfach angesprochene Wiedereinführung
der Agrardieselrückvergütung. Wir von der AfD hatten bereits in der
Plenardebatte am 21.02.2024 die Beibehaltung dieser
Steuervergünstigung gefordert. Dabei hat dann leider der Herr
Minister – übrigens noch gemeinsam mit seiner gesamten CDU-Entourage und
der SPD – gegen meinen eigenen Antrag zur Beibehaltung gestimmt.
Vieles sprechen Sie in Ihrem Koalitionsvertrag richtig an.
Wir werden genau darauf schauen, was davon wirklich umgesetzt wird, sei es
Planungssicherheit beim Stallbau oder das Bekenntnis zu
Pflanzenschutzmitteln und die Reduzierung der Roten Gebiete.
Interessant wird auch Ihre Position zu Freihandelsabkommen
wie Mercosur werden. Gerade hier konkurrieren unsere
Landwirte mit südamerikanischen Tierfabriken, die sich nicht an
unsere Tierwohl- und Umweltauflagen halten, von genveränderten
Futtermitteln und hormonbelastetem Rindfleisch ganz zu schweigen.
Freihandel ist grundsätzlich richtig und wichtig.
Aber Abkommen auf dem Rücken unserer Bauern wird es mit uns nicht geben.
Auch das Thema Düngemittel treibt die Landwirtschaft um.
SKW Piesteritz, einer der letzten verbleibenden Düngemittelhersteller
Deutschlands, muss aufgrund der Marktlage und politisch bedingten
Rahmenbedingungen die Produktion drosseln und eine von zwei
Ammoniakanlagen zur Düngemittelproduktion für eine unbestimmte Zeit abschalten. Sollten jetzt noch die Einfuhren aus Russland gekappt werden, wird Dünger
unbezahlbar, und unsere Bürger werden es mit teureren Preisen wieder an der
Theke bezahlen müssen. Leider liest man dazu
nichts in Ihrem Vertrag. Allerdings liest sich vieles wie aus
Koalitionsverhandlungen mit der AfD.
Gespannt bin ich, wie Sie diese Ziele mit einer SPD umsetzen wollen, die in
den letzten Jahren doch gegen all diese Dinge ideologisch zu Feld
gezogen ist. Insbesondere der Bürokratieabbau wird
eine der Hauptaufgaben in den nächsten vier Jahren werden.
Mittlerweile sind unsere Bauern länger mit dem Ausfüllen von
EU-Förderanträgen und dem Erfüllen von Berichtspflichten beschäftigt,
als dass sie auf dem Acker arbeiten können.
Auch das ist übrigens ein Grund dafür, dass unter der ehemaligen
Landwirtschaftsministerin Klöckner von der CDU jede Menge Höfe in
Deutschland gestorben sind. Ich hoffe für unsere Bauern, dass
dieses Sterben ein Ende findet. Zumindest Ihre Ankündigung klingt
grundsätzlich nach Hoffnung für eine Bevölkerungsgruppe, die uns alle mit
gesunden, hochwertigen Lebensmitteln versorgt.
Doch eine Warnung sei erlaubt, Herr Rainer: Machen Sie diesen guten Start
nicht gleich wieder zunichte. Nehmen Sie sich kein Beispiel an
Friedrich Merz, diesem Kanzler der zweiten Wahl, der sich täglich selbst
demontiert: Billionenschulden hier, die unsere Urenkel noch werden
abzahlen müssen, Placebogrenzkontrollen da, die reine
Lügen sind, und täglich neue Ideen, wie man sich von
den eigenen Wählern entfremdet. Vielen Dank.
Es gibt die Bitte um die Abgabe einer kurzen Erklärung im Anschluss an die
vorherige Rede. Frau Mayer von Bündnis 90/Die Grünen, bitte.
In der Mediathek des BundestagesAlle Reden