Rede im Bundestag
Höfeordnung sowie Strafprozessordnung
14. November 2024 · 09:21 Uhr · 200. Sitzung · TOP ZP 5 · 00:04:45
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Vielen Dank. Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Frau Spallek, es ist ganz wunderbar,
was Sie als Erfolg dieser Koalition verkaufen. Wir hatten es gestern mal zufällig durchgerechnet: In diesen drei Jahren
sind jeden Tag sieben Höfe gestorben. Sieben Höfe weniger jeden Tag dank
Rot-Grün – vielen Dank dafür!
Heute erleben wir eine Besonderheit. Dieser Gesetzentwurf ist ja die
einzige Vorlage, die es heute überhaupt mit Aussprache auf die
Tagesordnung geschafft hat. Was sagt uns das?
Erst mal, dass weder die Ampel noch die CDU ein Interesse daran hat,
dieses Land voranzubringen; sonst hätte man ja nicht nahezu alle
Anträge und Gesetzentwürfe von der Tagesordnung genommen.
Es sagt uns aber auch, dass es zu diesem Gesetzentwurf eine große
Einigkeit geben muss, und das verwundert doch sehr.
Bei diesem Gesetzentwurf geht es um die sogenannte Höfeordnung, die eine
partielle Bundesrichtlinie zur Vererbung von landwirtschaftlichen
Familienbetrieben in Deutschland regelt. Pünktlich zur Grundsteuerreform, die alle Grundstücke in Deutschland neu
bewertet, wird die Aussicht von Junglandwirten, mit leistbarem
finanziellem Aufwand ihren elterlichen Betrieb zu übernehmen,
wieder schwieriger. Diese Resterampe der Bundesregierung
fordert, den Grundsteuerwert auf 60 % zu schätzen.
Wir dagegen stellen die Forderung, den Grundsteuerwert des Hofes auf
lediglich 40 % zu schätzen, um den potenziellen Hofnachfolgern und
Junglandwirten eine bessere finanzielle Planbarkeit bei der
Hofübernahme zu geben. An dieser Stelle ergibt sich für mich
die Frage, warum dieses Gesetz überhaupt ausgerechnet heute
behandelt werden muss. Wie viele Grundstücke wurden denn
überhaupt schon neu bewertet? Glaubt man den Aussagen der
Finanzämter, so sind gerade einmal 25 % aller Grundstücke aktuell
neu bewertet. Wäre es da nicht viel sinnvoller
gewesen, man hätte abgewartet, bis die Bewertung tatsächlich
abgeschlossen ist, bis konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen, um dann
eine Entscheidung zu treffen? Apropos Entscheidung: Wenn heute
schon eine Entscheidung getroffen werden soll, warum dann nicht eine
konservative für Bäuerinnen und Bauern? Eine 40-%-Belastung würde diese wesentlich mehr entlasten
als aktuell vorgesehen. Aber lieber versteckt sich die CDU
hinter ihrer Brandmauer, als dass eine echte konservative Mehrheit in
diesem Haus von Union, FDP und AfD etwas Gutes für unsere Landwirte
umsetzt und für unseren Änderungsantrag stimmt.
Da aber sowieso fast alle Tagesordnungspunkte abgesetzt wurden
und der Bundestag bis Anfang März nahezu arbeitsunfähig sein wird,
sollte sich jeder Wähler nun überlegen, ob er einer möglichen
Regierung aus Schwarz, Rot oder Grün die Stimme gibt.
Denn eins ist klar: Während die ehemalige Ampelkoalition und die
Union den kompletten Arbeitsplan des Bundestages ignorieren und keine
eigenen Anträge mehr einbringen, sind wir die einzige
Partei, die arbeiten will. Die AfD will weiterhin Politik für
Deutschland machen. Denn gerade jetzt wäre die Zeit dafür
gekommen, Anträgen der echten Opposition zuzustimmen und den
Bürgern in Deutschland wieder Hoffnung zu geben.
Hier ein paar Beispiele, wie es allein in dieser Woche möglich
gewesen wäre, die Wirtschaft zu stabilisieren sowie eine zukünftige
günstige Energieversorgung zu gewährleisten: Forderung nach
Abschaffung der CO2-Steuer – von der Tagesordnung genommen; Abschaffung
des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz- es von der Tagesordnung genommen; Wiederaufnahme der Atomkraft – von
der Tagesordnung genommen. Allein durch diese Beschlüsse hätten
wir die Rezession bekämpfen und den Wohlstand in unser Land zurückbringen können. Aber warum kann man diesen Anträgen
nicht zustimmen? Richtig, weil sie von der AfD kommen
und die CDU ja ihre Brandmauer hat. Liebe Kollegen der CDU, vielleicht
eine naive Frage: Mit welcher Fraktion im neuen Bundestag wollen
Sie eigentlich eine neue konservative Politik im Land machen?
Ich weiß, Herr Merz möchte gern die Grünen; das ist
ja sein Wunschpartner. Aber wo bitte ist diese Partei
konservativ, und wo denkt diese Partei an die deutschen Bürger?
Immerhin 20 % in diesem Land denken zum Glück anders, und es
werden täglich mehr. Wer als Bürger dann noch immer nicht
mitbekommen hat, wer hier die wahren Demokratiefeinde sind, der ist
entweder blind, taub oder sitzt auf dieser Regierungsbank.
Meine Damen und Herren, in den drei Jahren mit der vergangenen Regierung
wurde erreicht, dass man in Deutschland zwar einmal im Jahr sein
Geschlecht wechseln kann, aber für seine freie Meinung bestraft wird.
Darauf können Sie wirklich stolz sein. Wir freuen uns auf den 23. Februar 2025. Ich bedanke mich bei meiner Fraktion
für die gute Zusammenarbeit in den letzten drei Jahren – Kommen Sie bitte zum Schluss. – und freue mich darauf, wenn wir in doppelter Stärke hier wieder neu einziehen. Vielen Dank.
Als Nächster hat das Wort für die SPD-Fraktion Sebastian Fiedler.
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