Rede im Bundestag
Nationales Reformprogramm 2024
16. Mai 2024 · 18:10 Uhr · 169. Sitzung · TOP 14 · 00:04:27
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Bernd Schattner für die AfD-Fraktion.
(Rednerwechsel) Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind aufgefordert, im April
jeden Jahres der EU-Kommission ein Nationales Reformprogramm vorzulegen.
Oder anders ausgedrückt: Die Bundesregierung erstattet Brüssel
Bericht, was sie in den letzten zwölf Monaten unternommen hat, um die
Wirtschaft im eigenen Land gegen die Wand zu fahren.
Mein Tipp für diese Koalition ist daher relativ einfach: Die
Bundesregierung sollte das Nationale Reformprogramm 2024 in „Nationales
Abrissprogramm“ umbenennen.
Und Ihr Abrissprogramm zeigt Wirkung: rund 22 Milliarden Euro weniger
Steuereinnahmen laut aktueller Steuerschätzung.
Also, die Wirtschaft an die Wand fahren, das kann diese Koalition.
Weiterhin dient das Nationale Reformprogramm „zur Berichterstattung
über Maßnahmen zur Bewältigung wesentlicher gesamtwirtschaftlicher
Herausforderungen.“ Ich persönlich sehe für dieses Land nur eine
wesentliche gesamtwirtschaftliche Herausforderung, und diese sitzt hier
auf dieser Regierungsbank.
Neben der Deindustrialisierung, der überbordenden Bürokratie sowie den
explodierenden Energiekosten wandern Hunderte Unternehmen ins Ausland ab
oder melden lieber gleich Insolvenz an.
Aber um mal etwas Positives zu sagen: Immerhin hat diese Bundesregierung
auch mehrere Hundert Stellen neu geschaffen, vor allem in den
Ministerien, um ihre eigenen parteipolitischen
Günstlinge unterzubringen. Aber zurück zur Deindustrialisierung.
Wenn ich als Pfälzer an diese denke, dann fallen mir
zahlreiche Beispiele ein. Hier nur mal drei aus meinem
Wahlkreis: Das Felgenwerk von RONAL in Landau wird geschlossen 550
Arbeitsplätze weg. Daimler Truck in Wörth: Dort werden
über 1 000 Leiharbeiter rausgeworfen. Automobilzulieferer Faurecia aus
Hagenbach, auch im Landkreis Germersheim, wirft 172 Menschen auf
die Straße. So kann man mit Ihrer Politik
natürlich auch den Fachkräftemangel beheben.
Deutschland steckt faktisch in der Rezession.
Dabei ist Deutschland das einzige Land in Europa, das seit 2023 eine
negative Entwicklung nimmt. Und das liegt nicht an Krisen,
sondern an der wirtschaftspolitischen Unfähigkeit dieser Regierung.
Meine Damen und Herren, anstatt gegen diese wirtschaftliche Schieflage
etwas zu tun, beschäftigt sich unsere Regierung mit dem
Selbstbestimmungsgesetz oder liefert immer mehr Waffen in Kriegsgebiete.
Oder noch schlimmer: Ein Bundeswirtschaftsminister freut sich,
dass Deutschland vielleicht doch noch seine Klimaziele erreichen könnte.
Den Umstand, dass dies nur möglich ist, weil Hunderte Betriebe schließen
mussten und Zehntausende Menschen arbeitslos werden, verschweigt er
dabei einfach mal. Wir brauchen unverzüglich günstige
Energie, weniger Bürokratie und eine Entlastung der Unternehmen statt
immer weiterer leerer Worthülsen.
Wie erreichen wir das? Indem wir in Digitalisierung, Aus-
und Weiterbildung von Arbeitnehmern sowie in einen breiten Energiemix investieren. Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz, mit dem die Bundesregierung dem demografischen Wandel begegnen will,
fördert nur die Einwanderung in die soziale Hängematte Deutschland.
Statt sich endlich mit diesen Aufgaben zu beschäftigen, müssen wir
zusehen, wie die Zukunft unserer Jugend Jahrgang um Jahrgang sehenden
Auges gegen die Wand gefahren wird. Bei mir in Rheinland-Pfalz müssen in der Gräfenauschule in Ludwigshafen 44
von 147 Kindern die erste Klasse wiederholen.
Das ist die traurige Realität Ihrer sogenannten Bildungspolitik.
Genau diese Realität ist es, die das Arbeiten für den freien Unternehmer
und Mittelständler in Deutschland so schwer macht.
Dringend gesuchte Arbeitskräfte machen doch mittlerweile, auch
aufgrund der hohen Steuerlast, schon lange einen großen
Bogen um Deutschland. Und ein Großteil der 10 Millionen,
die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind, sind keine Fachkräfte,
sondern haben es sich im Bürgergeld sehr bequem gemacht.
Das allein zeigt: Wir haben eindeutig ein Regierungsproblem mit Politikern,
die teilweise weder einen Schulabschluss noch Berufserfahrung haben. Deswegen sollten und müssen sich die Leute draußen in Deutschland
entscheiden, ob in Zukunft Politik für Deutschland oder Politik für die
Welt gemacht werden soll. Denn mit uns von der AfD gibt es keine Fahrradwege in Peru, sondern
Straßenbau in Deutschland und endlich wieder eine Zukunft
für unsere Arbeitnehmer. Vielen Dank.
(Rednerwechsel) Für die FDP-Fraktion erhält nun der Kollege Gerald Ullrich das Wort.
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