Rede im Bundestag
Modernisierung des Postrechts
13. Juni 2024 · 12:12 Uhr · 175. Sitzung · TOP ZP 3, ZP 4 · 00:04:08
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Vielen Dank. Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Heute geht es um nicht weniger als
einen zentralen Punkt deutscher Werte, nämlich
die deutsche Pünktlichkeit. Wer könnte diesen Punkt besser
ausdrücken als die Deutsche Post? Gestern den Brief eingeworfen, und spätestens zwei Tage
später ist er da. So war es zumindest bisher.
Ein zentraler Punkt der vorgeschlagenen Änderungen im Postgesetz ist die Verlängerung der Zustellzeit für Briefe von derzeit
drei auf fünf Tage. Diese Anpassung hat bereits viele
Diskussionen und Kritik ausgelöst, die ich im Folgenden näher beleuchten möchte. Das Postrechtsmodernisierungsgesetz regelt, wie die Deutsche Post ihre
Dienstleistungen erbringen muss. Hierbei hat sie sich in der
Vergangenheit stets an den Bedürfnissen der Bürger und
Unternehmen orientiert. Der Vorschlag, die Zustellzeit für
Briefe auf fünf Tage zu verlängern, stellt eine signifikante
Verschlechterung dar, die weitreichende Auswirkungen
haben wird. Warum setzt sich die Bundesregierung im aktuellen Gesetz überhaupt für
diese Änderungen ein? Die Deutsche Post argumentiert, dass
diese Anpassung notwendig sei, um den gestiegenen Kosten im Briefversand
entgegenzuwirken und den Service auch in Zukunft wirtschaftlich
aufrechterhalten zu können. Durch den zunehmenden Versand von Paketen und die abnehmende Anzahl von
Briefen stünden die Zustellkapazitäten unter Druck.
Eine Verlängerung der Zustellzeit könne dazu beitragen, die Effizienz
zu steigern und die Kosten besser zu kontrollieren.
So viel zu den Argumenten der Post. Interessant an dieser Stelle ist
jedoch, dass die Deutsche Post nicht nur die Zeiten verlängern möchte.
Nein, sie möchte gleichzeitig trotzdem noch die Kosten erhöhen.
Wir haben also aus Bürgersicht nicht nur eine Verschlechterung des
Services; wir haben gleichzeitig auch noch eine Erhöhung der Kosten.
Weniger Services und höhere Kosten: Das kennt man sonst
nur von dieser Regierung. Sehr geehrte Zuhörer, besonders
getroffen werden Unternehmen, die auf einen schnellen und zuverlässigen
Postversand angewiesen sind. Verzögerungen können hier zu
wirtschaftlichen Nachteilen führen. Auch für Privatpersonen würde sich eine längere Zustellzeit nachteilig
auswirken; denn oft versenden beispielsweise Krankenkassen wichtige
Genehmigungen für in Anspruch zu nehmende Behandlungen nur
mit der Briefpost. In einer Zeit, in der Flexibilität
und Geschwindigkeit entscheidende Faktoren sind, erscheint eine
Verlängerung der Zustellzeiten also kontraproduktiv.
Ein weiterer Punkt der Kritik ist die soziale Komponente.
Gerade ältere Menschen sind auf den klassischen Briefverkehr angewiesen.
Eine Verlängerung der Zustellzeit wird deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben weiter erschweren und sie noch stärker isolieren. Doch der gravierendste Aspekt
betrifft die Fristen bei Behörden und Verträgen. In Deutschland gibt es zahlreiche rechtliche Fristen, die eingehalten
werden müssen, sei es für Widersprüche, Bewerbungen
oder Vertragsabschlüsse. Eine Verlängerung der Zustellzeiten
könnte genau dazu führen: dass wichtige Dokumente nicht rechtzeitig
ankommen und Fristen versäumt werden. Dies könnte dann entsprechend für
viele Bürger und Unternehmen gravierende rechtliche und finanzielle Konsequenzen haben. Es wäre also ratsam, alternative Lösungen in Betracht zu ziehen.
Eine Möglichkeit könnte zum Beispiel die Verbesserung der internen
Prozesse und die Förderung von Innovationen sein, die die Deutsche
Post effizienter machen, ohne die Zustellzeiten zu verlängern.
Unsere alternativen Vorschläge haben wir in einem Entschließungsantrag
dazu zusammengefasst, der dem Gesetz beigestellt wurde.
Hier empfehle ich Ihnen selbstverständlich die Zustimmung.
Abschließend möchte ich betonen, dass es in dieser Debatte eigentlich darum
gehen sollte, einen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen
Notwendigkeiten und den Bedürfnissen der Bürger zu finden.
Stattdessen setzt die Ampel wieder einmal auf Ideologie.
So gibt es seit dem 28. April keine Nachtflüge der Post mehr,
angeblich um die Umwelt zu schonen. Dafür steigen eben jetzt die
CO2-Emissionen auf der Straße, und die Post kommt später: Verbesserungen
für den Bürger la Ampel. Sie können es nicht, noch nicht
einmal beim Postgesetz. Machen Sie es wie Macron: Lassen Sie
die Menschen an die Urnen. Machen Sie endlich den Weg frei für
einen demokratischen Wiederaufbau dieses Landes.
Diesen demokratischen Wiederaufbau wird es nur mit der AfD geben.
Vielen Dank.
Die Zeit für die namentliche Abstimmung ist um.
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