Rede im Bundestag
Agrarpolitischer Bericht 2023, Entlastung der Landwirtschaft
18. Januar 2024 · 10:16 Uhr · 147. Sitzung · TOP 7, ZP 5, ZP 6 · 00:04:23
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Vielen Dank. Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Bereits
seit dem 18. Dezember 2023 gehen in Deutschland wieder Zehntausende
für ihr Recht auf eine selbstbestimmte Zukunft auf die Straße.
Immer weniger Menschen wollen sich von einer abgehobenen links-grünen
Politikelite ihr Leben diktieren lassen. Die Menschen haben erkannt, dass diese Ampel nicht ihre Interessen
vertritt, sondern einseitig ideologische Ziele verfolgt, ohne
Rücksicht auf dieses Land und seine Bürger.
Wenn man sich oberflächlich die Einkommenszahlen aus 2021/22
anschaut, die im Agrarbericht 2023 ausgewiesen sind, könnte man den
Eindruck gewinnen, den Landwirten ginge es gar nicht so schlecht.
Immerhin wurde ein Einkommensplus von 50 Prozent im
konventionellen Bereich erreicht; im Ökobereich wurden noch 4 Prozent
mehr verdient. Wer jetzt jedoch sagt: „Diese Zahlen zeigen, dass es der deutschen
Landwirtschaft gut geht“, verkennt den Ernst der Lage völlig.
Diese Gewinne kamen nur noch zustande, weil die Bauern dringend
benötigte Investitionen mittlerweile nicht mehr tätigen.
Niemand investiert noch in einen Stall oder Traktor, wenn er nicht
weiß, ob sich diese Investition langfristig rechnet.
Viele Landwirte wissen doch heute nicht, ob ihr Stallgebäude morgen die
Tierwohlvoraussetzungen erfüllt. Deshalb überlegen immer mehr
landwirtschaftliche Unternehmer, aufzugeben.
So hart es klingt: Bedauerlicherweise haben sich viele Bauern für die Aufgabe entschieden.
Immerhin haben seit dem Jahr 2020 7800 landwirtschaftliche Betriebe für
immer geschlossen; das sind fünfeinhalb Betriebe jeden Tag, Tendenz stark steigend.
Das zeigen auch die aktuellen Zahlen. So sind mittlerweile die Gewinne der Haupterwerbsbetriebe im
Jahr 2023/24 teilweise schon wieder um 53 Prozent eingebrochen.
Und was tut unser Landwirtschaftsminister?
Er fordert, dass unsere Bauern ihren Beitrag zu den
Sparmaßnahmen leisten. Ja gut, fachliche Themen interessieren ihn scheinbar nicht so.
Es ist unerklärlich, dass die Landwirte in Zeiten hoher
Kraftstoffpreise auch noch massivste Steuererhöhungen für Agrardiesel
hinnehmen sollen. Gleichzeitig fahren unsere Nachbarn aus Belgien und
Luxemburg ohne jegliche Besteuerung auf Agrardiesel mit ihren Schleppern. Nach der Streichung der
Rückvergütung fahren deutsche Bauern neben den Holländern
den teuersten Diesel Europas. Lohnenswert an dieser Stelle ist auch ein Blick auf die CDU.
Noch vor gut einem Jahr hat sie einen AfD-Antrag abgelehnt, der das Ziel
hatte, die Rückerstattung zu verdoppeln. Interessant ist vor allem der Grund, warum der Antrag abgelehnt wurde.
So heißt es in der Beschlussvorlage, dass die CDU den
Antrag ablehnt, da sie Diesel als umweltschädlichen Stoff ansieht.
Jetzt auf einmal die große Wende: Die CDU setzt sich für den Erhalt der Dieselrückerstattung ein.
Das zeigt die Heuchelei dieser Partei gegenüber den Landwirten und der
arbeitenden Bevölkerung; denn immerhin war es auch die Union,
die die Stilllegungsflächen eingeführt und die Bürokratisierung der Landwirtschaft vorangetrieben hat. Sich jetzt als Retter der
Landwirtschaft hinzustellen, ist in höchstem Maße unglaubwürdig.
Meine Damen und Herren, nun zu den Feinden des Mittelstandes
und der Arbeiterschicht. Die Ampelregierung plant, den
Bauern-Soli einzuführen, und würde damit den deutschen
Verbraucher mit zusätzlich 3,6 Milliarden Euro jährlich belasten,
ein absolut skandalöser Plan, der diejenigen trifft, die am wenigsten
dafür können. Fleisch und Milch wird für den Verbraucher damit noch teurer. Das Geld wird im Handel versickern
und nie beim Erzeuger ankommen. Herr Özdemir, mit dieser Maßnahme machen Sie die Tafeln im Land zu den
neuen Supermärkten, weil sich das Essen keiner mehr leisten kann.
Die billigen Importe aus den Mercosur-Staaten und Osteuropa werden
die heimischen Bauern weiter schwächen. Die Ampelregierung beweist erneut, dass sie ihr eigenes Volk zugrunde
richten will. Wir fordern deshalb: Keine Alibianträge, sondern echte Lösungen
für die Probleme unserer Landwirte. Die Landwirte wollen von ihrer Hände
Arbeit leben können, ohne ständige Bevormundung durch die Politik,
insbesondere durch die Grünen. Deutschland hat die besten Böden,
die schlauesten Köpfe mit Ausnahme der Regierung und die beste Technik, um
Landwirtschaft zu betreiben. Aber leider haben wir eine Regierung,
die diese Ressourcen nicht zu schätzen weiß. Schließen möchte ich mit einer neuen Bauernregel:
Wer nichts weiß und wer nichts kann, der schließt sich dann den Grünen an. Vielen Dank.
Als Nächster hat das Wort für die FDP-Fraktion Dr. Gero Clemens Hocker.
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