Rede im Bundestag
Nationales Reformprogramm 2023
30. November 2023 · 19:58 Uhr · 141. Sitzung · TOP 15 · 00:04:25
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Bericht zum
Nationalen Reformprogramm 2023, was ein Name!
Wenn man sich dann noch ansieht, wie dick diese Drucksache ist, dann
könnte man glatt denken, diese Regierung hat einmal gearbeitet.
Bei einer gründlicheren Lektüre dieses Papiers merkt man dann aber
sehr schnell, dass viele der Maßnahmen einfach nur
schöngeredet oder schöngerechnet werden.
Von kritischer Selbstreflexion ist nichts zu lesen. Aber schauen wir
dazu gerne einmal in den Bericht. Unter Punkt I.7
schreibt die Bundesregierung: „Deutschland hat die wirtschaftlichen Folgen des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine
seit dem 24. Februar 2022 insgesamt bislang gut bewältigt.
Weder ist es zu einer akuten Energieknappheit gekommen, noch
mussten Betriebe flächendeckend ihre Produktion einstellen oder Menschen
in die Arbeitslosigkeit entlassen. Die Finanz- und Wirtschaftspolitik der Bundesregierung hat wesentlich zu
einer gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung beigetragen."
Allein diese Passage zeigt doch, wie verlogen die Bundesregierung die
aktuelle Lage gegenüber der deutschen Bevölkerung darstellt.
Ich will es Ihnen auch erläutern: Erstens. Die wirtschaftlichen Folgen
dieses Konflikts für Deutschland haben doch Sie als Bundesregierung
initiiert und kein anderer. Die Erhöhung von Energie- und
Lebensmittelpreisen hat allein die Bundesregierung mit ihrer unsinnigen
Sanktionspolitik gegenüber dem weltweit rohstoffreichsten
Land zu verantworten. Allein in diesem Jahr haben die Waffenlieferungen und Kriegsbeihilfen
für die Ukraine 22 Milliarden Euro deutsches Steuergeld gekostet,
immerhin schon ein Drittel des Haushaltslochs, welches Sie
jetzt stopfen müssen. Zweitens. Natürlich herrschten im vergangenen Winter Energieknappheit
sowie eine damit verbundene Inflation. Vielleicht hat es die Bundesregierung noch nicht mitbekommen, aber wir
erleben in Deutschland gerade eine Welle von Insolvenzen und durch das
neue Bürgergeld und die illegale Massenmigration auch
eine steigende Arbeitslosigkeit.
Drittens. Allein in diesem Jahr sind bis September 45 Großunternehmen in die
Insolvenz gegangen, darunter so bekannte Namen wie Gerry Weber
oder Galeria Kaufhof. In meiner Heimat wickelt gerade der Reifenhersteller Michelin mehr als
1 500 Arbeitsplätze ab. Ebenso werden zahlreiche Krankenhäuser bzw. Kliniken im Land
zusammengelegt oder ganz geschlossen, weil sich die aktuellen Personal- und
Energiekosten für das deutsche Gesundheitssystem einfach
nicht mehr rechnen. Ihre angesprochene gesamtwirtschaftliche Stabilisierung
entpuppt sich als Konjunkturflaute. Und falls Sie es noch nicht festgestellt haben: Wir befinden uns dank Ihrer schauderhaften Politik
inmitten einer Rezession und damit in einer der größten
Wirtschaftskrisen, die dieses Land je erlebt hat, komplett
von Ihnen selbst verschuldet.
Aber vielleicht können Sie mir auch eine Sache erklären. Wenn durch das
umsichtige Handeln der Bundesregierung im Umgang mit dem
russischen Angriffskrieg die wirtschaftlichen Folgen so
gut bewältigt wurden, warum wollen Sie dann noch im Dezember dieses Jahres eine Notlage ausrufen? Also: Entweder stimmt dieser Bericht und uns geht es allen gut, ebenso
natürlich auch der deutschen Wirtschaft, oder Sie versuchen uns
Parlamentarier genauso zu belügen wie den Rest des deutschen Volkes.
Ich bin gespannt auf Ihre Antwort. Meine Antwort darauf habe ich schon gefunden:
Allein durch Ihre fehlgeleitete Politik geht es unserem Land so
schlecht wie schon lange nicht mehr. Durch die FDP wurde das rot-grüne Narrenschiff vervollständigt: eine
blinde Grüne im Storchennest, ein einarmiger gelber Heizer im
Maschinenraum und ein vergesslicher einäugiger Roter mit
Augenbinde als Kapitän. Mit Ihnen als Belegschaft geht auch diese „MS Deutschland“ pleite.
Aus diesem Grund: Machen Sie den Weg frei für Neuwahlen!
Geben Sie den Bürgern unseres Landes die Möglichkeit, eine neue,
unverbrauchte Mannschaft zu wählen! Denn eins ist klar: Wir schaffen
keine Milliarden in die Ukraine, in den Gazastreifen oder nach
Afghanistan, sondern würden auf dem Grundgesetz basierend für einen
ausgeglichenen Haushalt sorgen und gleichzeitig Schulden abbauen,
anstatt welche zu machen. Vielen Dank. Vielen Dank, Herr Kollege. Als nächster Redner hat das
Wort der Kollege Gerald Ullrich, FDP-Fraktion.
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