Rede im Bundestag
Exportpolitik
10. November 2023 · 11:14 Uhr · 135. Sitzung · TOP ZP 9 · 00:03:32
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Tja, die Tage, an denen
Deutschland Exportweltmeister war, sind längst vorbei. Noch aber
sind wir immerhin eine Exportnation.
Die Frage ist aber: Wie lange sind wir überhaupt noch
mit dieser Regierung Exportnation? Bereits in mehreren Bereichen sind wir es nicht mehr, zum
Beispiel im Bereich der Energie, wo wir vom Stromexporteur mittlerweile
zum -importeur geworden sind. Insgesamt hat sich die Lage für die deutsche Wirtschaft, insbesondere
auch der Landwirtschaft, massiv verschlechtert. Deutsche Exporte
sinken, die Stimmung verschlechtert sich zusehends; denn Deutschland
exportiert weniger Produkte als im Vorjahr. Probleme in den Lieferketten und eine stark fragmentierte Weltwirtschaft
belasten den deutschen Exportsektor zusätzlich.
Aber wie schlecht geht es Deutschland dank unserer links-grünen
Regierung ganz konkret? Mit einer Wachstumsrate von minus 0,6 Prozent belegt Deutschland unter den
20 größten Volkswirtschaften immerhin noch Platz 19.
Die Arbeitslosenquote deutschlandweit steigt im Verhältnis zum Vorjahr und
liegt mittlerweile bei 5,7 Prozent.
Um zusätzlich alle bürokratischen Pflichten zu erfüllen, müssen
Mittelstandsunternehmen in Deutschland bereits 3,2 Prozent ihres
Jahresumsatzes investieren, trotz diverser Bürokratieentlastungsgesetze. Das entspricht mittlerweile fünf
Vollzeitstellen nur für die Bürokratie.
Meine Damen und Herren, all dieser genannte Wahnsinn macht natürlich
auch nicht vor unserer Landwirtschaft halt, für die ich heute eine Lanze
brechen möchte. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viele
Arbeitsplätze dort verloren gehen, weil man diesen ganzen Papierkram
ausfüllen muss, statt sich mit Vieh und Getreide zu beschäftigen.
Und nun hat sich die CDU mal Gedanken gemacht, wie man dieses Problem für
Wirtschaft und Landwirtschaft lösen könnte. Ihr Allheilmittel sind da offenbar Freihandelsabkommen.
Der hier vorliegende Antrag sieht vor, dass sämtliche
Freihandelsabkommen, von ASEAN bis Mercosur, ratifiziert werden sollen.
Gleichzeitig soll aber das größte Rohstoffland der Welt
weiter sanktioniert bleiben. Mein Kollege Dr. Kaufmann hat bereits auf die weiteren wirtschaftlichen
Folgen dieses Antrags hingewiesen. Nicht alles, was darin steht, ist grundsätzlich schlecht; das hat er
auch festgestellt. Aber erlauben Sie mir, noch mal ganz konkret den Blick
auf die Landwirtschaft zu lenken; denn
dieser Antrag hätte dort ganz massive Auswirkungen. Würden alle
Freihandelsabkommen ratifiziert werden, so wäre das nicht weniger
als das Ende unserer heimischen Landwirtschaft.
Wie soll denn ein deutscher Landwirt mit den Lohnnebenkosten eines
argentinischen Bauern mithalten können? Wie würden denn dann unsere hohen deutschen Qualitätsstandards vor
Billigwaren aus Nord- oder Südamerika geschützt werden?
Die einfache und harte Antwort wäre: gar nicht. Sie, werte Kollegen von
der CDU, tun es einfach immer wieder: Sie versprechen den Leuten, dass
Sie sich für sie einsetzen: Denke global, aber handle lokal!
Das Problem ist: Sie tun genau das Gegenteil. Sie denken nicht nur
global, Sie handeln auch immer wieder global, und damit fällt die
heimische Wirtschaft sowie auch die Landwirtschaft bei Ihnen
einfach hinten runter. Am Ende haben wir mit Ihnen den gleichen Trümmerhaufen wie
unter der aktuellen Ampelregierung. Wenn Sie das nächste Mal im Bereich Kommen Sie bitte zum Schluss. des
Handels mit wirklich jedem in die Kiste steigen wollen, dann sollten
Sie vielleicht einen Grundsatz im Kopf behalten: Wer offen ist für
alles, der ist in der Regel... Den Rest kennen Sie. Einen schönen guten Tag!
Der nächste Redner ist Jürgen Trittin für die
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.
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