Rede im Bundestag
Änderung des Weingesetzes
25. Mai 2023 · 19:25 Uhr · 106. Sitzung · TOP 22 · 00:04:11
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
(Rednerwechsel) Frau Pr�sidentin! Meine Damen und Herren! Erneut m�ssen
wir uns heute mit der �bertragung einer EU-Vorgabe in
nationales Recht besch�ftigen, und erneut mal wieder zum Nachteil
unserer Landwirte bzw. Weinbauern. Es geht in erster Linie um die �bertragung
von Kontroll- und Sanktionsma�nahmen der Bundesregierung gegen die Winzer
in den neuen Strategieplan der GAP. Ich k�nnte Ihnen jetzt diese �nderungen in deren zahllosen
Ausf�hrungen vorstellen; aber glauben Sie mir: Das w�rde in der zur Verf�gung stehenden Redezeit nicht funktionieren. Und genau hier liegt das Problem: Mit dem vorliegenden Entwurf wird es
nur noch komplizierter, ordentlichen Wein in Deutschland anzubauen. Mit dieser Gesetzes�nderung werden unsere Winzer nur noch mehr mit
B�rokratiekontrollen durch Beh�rden besch�ftigt sein.
Statt Probleme in der Branche zu l�sen, schaffen Sie damit wieder nur neue. Aber was sind denn die Probleme, mit denen die Winzer sich heutzutage herumplagen? Nicht nur die angebliche Coronapandemie, sondern auch die
gr��tenteils zusammengebrochenen Lieferketten haben das Leben der
Winzer erheblich erschwert. Allein in den Bereichen Flaschen,
Etiketten, Kapseln, Kartonagen sind die Einkaufspreise
teilweise um mehr als das Doppelte gestiegen.
Und wie wird den Leuten geholfen? Mit einer EU-Verordnung und einem
Gesetz, das alles noch komplizierter macht. In einer solchen Situation muss den Winzern direkt geholfen werden und
eben nicht �ber eine extrem komplizierte und �berbordende B�rokratie. Das ist nicht Helfen, das ist wieder einmal mehr Sabotage.
Aber das Regieren gegen das eigene Volk hat ja inzwischen Tradition bei
dieser gr�n dominierten Ampelkoalition.
Allein in Deutschland wird auf mehr als 100.000 Hektar
Fl�che Wein angebaut. Auch ich pers�nlich komme aus einem klassischen Weinbaugebiet,
der S�dlichen Weinstra�e im Herzen der Pfalz mit Tausenden Winzern.
Dabei ist die Region Pfalz mit �ber 23.000 Hektar das zweitgr��te
Weinanbaugebiet innerhalb Deutschlands.
Die Frage ist: Wie lange noch bei dieser Gesetzgebung?
Mit den von Ihnen angek�ndigten Neuausweisungen der roten Gebiete
wird der Anbau von Wein in diesen Bereichen nahezu unm�glich werden.
Am Ende dieser Neuausweisungen werden zahlreiche Winzer vor den Tr�mmern
ihrer Existenz stehen; denn die durch die EU in Deutschland verh�ngten Pflanzenschutz- und
D�ngemittelverbote sind gerade im konventionellen Weinbau
unm�glich einzuhalten. Aus diesem Grund haben wir als AfD-Fraktion heute auch einen Antrag
eingereicht, der sogar die Zustimmung der Gr�nen finden m�sste,
wenn sie sich wirklich f�r Naturschutz einsetzen w�rden;
denn durch die F�rderung von pilzwiderstandsf�higen Rebsorten
kann der Pflanzenschutzmitteleinsatz um bis zu 80 Prozent verringert werden. Durch die bessere Resistenz dieser Sorten gegen den Falschen und den
Echten Mehltau muss der Winzer erheblich weniger Fungizide einsetzen
und schont damit Natur und Umwelt. Damit k�nnte auch weiterhin in den roten Gebieten der Anbau von
Rebsorten dieser Art erfolgen. Jedoch muss diesen Sorten - sie
wurden vorhin schon mehrfach genannt - wie zum Beispiel
Regent oder Calardis blanc bei einem Marktanteil von derzeit gerade einmal 3 Prozent finanziell
geholfen werden, damit der Winzer ausreichendes �konomisches Interesse
darin sieht, diese Rebsorten auch anzubauen und zu vermarkten.
Interessanterweise scheint jetzt auch die Union die Winzer f�r sich
entdeckt zu haben. F�r die n�chste Sitzungswoche haben Sie den
Antrag "Den Fortbestand des deutschen Weinbaus sch�tzen -
Pflanzenschutzmittelreduktion im Weinbau in Deutschland zukunftssicher
vereinbaren" aufgesetzt - mal wieder zu sp�t.
Stimmen Sie doch einfach unserem Antrag zu! Dann brauchen Sie nicht
von uns abzuschreiben. Aber das k�nnen Sie ja mittlerweile
offensichtlich am besten.
Derzeit stehen dem Bund 37,4 Millionen Euro an EU-Finanzmitteln
j�hrlich f�r das Nationale St�tzungsprogramm f�r den
Weinbau zur Verf�gung. Von diesem Geld sollte der Bund mehr in die Forschung und den Anbau von
Piwi-Wein investieren anstatt in �kolobbyverb�nde.
Zeigen Sie diesem B�rokratiemonster der Bundesregierung daher die rote Karte,
und lehnen Sie das vorliegende Gesetz ab!
Schlie�en m�chte ich mit einer wichtigen Erkenntnis aus dem Bereich
"Wein und Politik": Einen wirklich guten Roten erkennt man an einem: an seinem Abgang.
Vielen Dank.
(Rednerwechsel) Die n�chste Rednerin ist Carina Konrad f�r die FDP-Fraktion.
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