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Bernd SchattnerMenü

Schriftliche Frage

Stromexportüberschüsse seit 2020

Eingereicht
16. Juni 2023
Drucksache
20/7274
Eingebracht von
Bernd Schattner, MdB
Wahlperiode
20.

Eine Schriftliche oder Mündliche Frage stellt immer eine einzelne Abgeordnete oder ein einzelner Abgeordneter.

Die Frage

Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie sich die Stromexportüberschüsse seit dem Jahr 2020 bis jetzt monatlich, mengenmäßig und preislich/je Terawattstunde (TWH) verhalten haben (www.bild.de/politik/inland/politik-inland/gruselwarnung-des-rwe-chefs-in-deutschland-wird-bald-der-strom-knapp-84113908.bild.html)?

Die Antwort der Bundesregierung

Deutschland ist Teil des europäischen Strombinnenmarktes, in dem Strom über die Grenzen der Mitgliedstaaten hinweg gehandelt wird. Der Strombinnenmarkt wurde geschaffen, um den Wettbewerb zu fördern, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Kosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu senken. Stromimporte und ‑exporte sind die natürliche Folge dieses grenzüberschreitenden Stromhandels. Ist Strom in Nachbarländern günstiger einzukaufen als durch heimische Kraftwerke zu erzeugen, wird er importiert. Ist heimisch erzeugter Strom günstiger als in den Nachbarländern, wird er exportiert. Die im Rahmen der Marktkopplung ermittelten europäischen Großhandelspreise resultieren aus den zum jeweiligen Zeitpunkt unterschiedlichen relativen Erzeugungskosten. Sie enthalten unter anderem die Kosten für Brennstoffe und CO2-Zertifikate. Die an den Ländergrenzen zur Verfügung stehenden Übertragungskapazitäten bestimmen darüber, inwieweit die Strompreise grenzüberschreitend konvergieren. Dieses System der Marktkopplung sorgt dafür, dass die Preise für Stromkunden minimiert werden. Über die Handelsrichtung zwischen Ländern entscheiden allein die relativen Kostenunterschiede zwischen den in den nationalen Gebotsreihungen zuletzt noch bezuschlagten Erzeugungstechnologien (die jeweiligen „Grenzkraftwerke“). Deshalb erlaubt eine Betrachtung von Exporten und Importen und deren Entwicklung über die Zeit allein keine Aussagen über die physikalische Knappheit von Strom. Der Außenhandelssaldo spiegelt mithin lediglich den Sachverhalt wider, dass Strom in zwei benachbarten Ländern unterschiedlich günstig erzeugt werden kann. Der Saldo grenzüberschreitender Stromflüsse zwischen Deutschland und seinen Nachbarländern sowie viele weitere Auswertungen rund um den grenzüberschreitenden Stromhandel werden jährlich im Monitoringbericht der Bundesnetzagentur und unterjährig auf www.smard.deveröffentlicht. Tabelle 1 gibt die Außenhandels-Salden für die Jahre 2020 und 2021 wieder. Tabelle 1: Vergleich des Saldos der grenzüberschreitenden Stromflüsse in Terawattstunden Tatsächlicher physikalischer Lastfluss 2020 verbindliche Verbundaustauschfahrpläne 2020 Tatsächlicher physikalischer Lastfluss 2021 verbindliche Verbundaustauschfahrpläne 2021 Import 47,6 33,7 51,7 39,3 Export 65,4 48,6 70,8 53,8 Saldo 17,8 14,8 19,1 14,5 Quelle: Monitoringbericht der Bundesnetzagentur, Tabelle 88 Um die Importe und Exporte zu preislich zu bewerten, werden die die Handelsvolumina mit dem Day-Ahead-Spotpreis der EPEX‑Spot der Gebotszone Deutschland/Luxemburg multipliziert. Über die monetäre Entwicklung des grenzüberschreitenden Stromhandels gibt Tabelle 2 Auskunft. Tabelle 2: Monetäre Entwicklung des grenzüberschreitenden Stromhandels 2020 2021 in Terawattstunden Handel in Millionen Euro in Terawattstunden Handel in Millionen Euro Import 33,71 1.112,08 39,34 4.180,06 Export 48,55 1.324,78 53,83 4.955,32 Saldo 14,84 212,71 14,50 775,26 Erlöse Exporte in Euro pro Megawattstunde 27,28 92,05 Kosten Importe in Euro pro Megawattstunde 32,99 106,26 Quelle: Monitoringbericht der Bundesnetzagentur, Tabelle 91

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