Kleine Anfrage
Potenzielle Risiken für Kleinkinder durch melatoninhaltige Einschlafhilfen in Form von Süßigkeiten
- Eingereicht
- 22. Februar 2024
- Drucksache
- 20/10455
- Eingebracht von
- Fraktion der AfD
- Wahlperiode
- 20.
Eine Kleine oder Große Anfrage bringt die Fraktion ein. Bernd Schattner hat sie mitgezeichnet – sie ist nicht seine allein.
Die Anfrage im Wortlaut
Vorbemerkung der Fragesteller
Derzeit folgen Eltern in den sozialen Medien dem Trend, Kleinkindern und Kindern Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin in Form von Bonbons oder bunten Gummibärchen zum schnelleren Einschlafen zu geben (vgl. www.diepta.de/news/gefaehrlicher-trend-aerzte-warnen-kein-melatonin-fuer-kinder). Viele Kinderärzte halten diesen Trend für sehr riskant, da es beispielsweise in den USA in den vergangenen Jahren mehrere Todesfälle von Kleinkindern gab, die im zeitlichen Zusammenhang mit stark erhöhten Melatoninwerten standen (ebd.). Die Verbraucherzentrale rät, dass melatoninhaltige „Einschlafhilfen“ generell nicht in Form von Bonbons verkauft werden sollten. Dies lässt sich damit begründen, dass diese insbesondere von Kindern leicht mit herkömmlichen Süßigkeiten verwechselt und in größeren Mengen verzehrt werden könnten (vgl. www.verbraucherzentrale-hessen.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/w ick-zzzquil-gute-nacht-bonbons-gefaehrlich-fuer-kinder-64419). Nahrungsergänzungsmittel gelten rechtlich als Lebensmittel und werden in Supermärkten und Drogerien zum freien Verkauf angeboten (vgl. www.verbraucherzentrale.de/wissen/projekt-klartext-nahrungsergaenzung/informationen/rechtl iches/nahrungsergaenzungsmittel-und-ihre-vertriebswege-13246#:~:text=Nahru ngserg%C3%A4nzungsmittel%20werden%20in%20Superm%C3%A4rkten%2 0und,Sachkundenachweis%20(IHK%2DPr%C3%BCfung ). Im Rahmen des Koalitionsvertrags zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-NEN und FDP haben die Regierungsparteien vereinbart, insbesondere mit Blick auf Kinder bessere Möglichkeiten für eine gesunde Ernährung zu schaffen (vgl. Koalitionsvertrag zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP, www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf, S. 36, Ernährung). Wir fragen die Bundesregierung: 1. Fördert die Bundesregierung derzeit Forschungsprojekte zum Thema „melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel“, und wenn ja, welche, wie hoch werden diese Projekte finanziell von der Bundesregierung gefördert (bitte nach Projek
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Fördert die Bundesregierung derzeit Forschungsprojekte zum Thema „melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel“, und wenn ja, welche, wie hoch werden diese Projekte finanziell von der Bundesregierung gefördert (bitte nach Projekt aufschlüsseln), und aus welchen Haushaltstiteln stammen die Ausgaben? Deutscher Bundestag Drucksache 20/10455
20. Wahlperiode 22.02.2024
2. Verfügt die Bundesregierung über Informationen, wie viele melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel auf dem deutschen Markt erhältlich sind (wenn ja, bitte ausführen)?
3. Ist der Bundesregierung bekannt, dass in den sozialen Medien Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin als Wundermittel für Kinder mit Titeln wie „Wie du dein Kind in unter 5 Minuten zum Schlafen bringst“ von Eltern beworben werden, und wenn ja, zieht die Bundesregierung Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln hieraus (vgl. www.diepta.de/news/gefaehrli cher-trend-aerzte-warnen-kein-melatonin-fuer-kinder)?
4. Plant die Bundesregierung Aufklärungsmaßnahmen, um Eltern über die möglichen negativen Auswirkungen von melatoninhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln für ihre Kinder aufzuklären?
5. Ist der Bundesregierung der Ratschlag der Verbraucherzentrale bekannt, dass melatoninhaltige „Einschlafhilfen“, gleich ob sie als Lebensoder Arzneimittel verkauft werden, generell nicht in Form von Bonbons verkauft werden sollten, und wenn ja, leitet sie daraus Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handelns ab (bitte ggf. ausführen, vgl. www.verbraucherzentrale-hessen.de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/wick-zzzquil-gute-nachtbonbons-gefaehrlich-fuer-kinder-64419)?
6. Ist der Bundesregierung bekannt, ob sich hinter der Gabe von melatoninhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln Gefahren für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder verbergen, und wenn ja, welche bisher wissenschaftlich belegten Gefahren sind der Bundesregierung bekannt?
7. Plant die Bundesregierung Maßnahmen, damit die Rechtsprechung bei melatoninhaltigen Erzeugnissen klar definiert wird und diese nicht mehr als Lebensmittel, sondern nur noch als Arzneimittel eingestuft werden? a) Wenn ja, welche? b) Wenn nein, warum nicht?
8. Plant die Bundesregierung, sich auf europäischer Ebene dafür einzusetzen, dass die zugelassenen Health Claims (z. B. Melatonin trage dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die Eltern dazu motivieren könnten, ihren Kindern melatoninhaltige Nahrungsergänzungsmittel zum Verkürzen der Einschlafzeit zu geben, verboten werden (vgl. www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2022/04/13/melatonin-als-nem-wo-sind-die-gesetzlichen-grenzen)?
Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage erscheint als eigene Drucksache und ist hier nicht abgedruckt. Sie ist über die Parlamentsdatenbank des Deutschen Bundestages unter derselben Vorgangsnummer zu finden.
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