Kleine Anfrage
Einkommensentwicklung der Landwirtschaft und Höfesterben
- Eingereicht
- 27. Mai 2025
- Drucksache
- 21/279
- Eingebracht von
- Fraktion der AfD
- Wahlperiode
- 21.
Eine Kleine oder Große Anfrage bringt die Fraktion ein. Bernd Schattner hat sie mitgezeichnet – sie ist nicht seine allein.
Die Anfrage im Wortlaut
Vorbemerkung der Fragesteller
In Deutschland gibt es derzeit noch rund 255 000 landwirtschaftliche Betriebe, die gemeinsam etwa 16,6 Millionen Hektar Fläche bewirtschaften. Seit dem Jahr 2010 mussten über 44 000 Höfe dauerhaft aufgeben. Diese Entwicklung verstärkt den seit Jahrzehnten andauernden Strukturwandel in der Landwirtschaft (www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Landwirtschaft-Forstwirtschaft-Fischerei/Landwirtschaftliche-Betriebe/Tabellen/betriebsgroesse nstruktur-landwirtschaftliche-betriebe.html). Besonders betroffen sind kleinere und mittlere Familienbetriebe mit weniger als 100 Hektar Fläche. Während deren Zahl kontinuierlich sinkt, steigt die Zahl größerer Betriebe über 100 Hektar. Inzwischen bewirtschaften 14 Prozent der Betriebe bereits 62 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland (www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/landwirtsch aftszaehlung-hoefesterben-geht-577405). Dieser Wandel wird häufig als „Höfesterben“ bezeichnet, ein Begriff, der den tiefgreifenden Verlust landwirtschaftlicher Vielfalt und familiärer Betriebsformen beschreibt (www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/landwirtschaft/325872/strukturwandel). Die Ursachen für das Höfesterben sind vielfältig. Im Mittelpunkt stehen die zunehmend schwierige wirtschaftliche Lage mit dauerhaft niedrigen Erzeugerpreisen, stetig steigenden Betriebskosten und einem wachsenden Investitionsdruck. Hinzu kommen immer neue gesetzliche Auflagen und Anforderungen, die Betriebe in immer kürzeren Abständen erfüllen müssen. Besonders kleine und mittlere Familienbetriebe geraten dadurch unter wachsenden Druck. Zusätzlich wird das Höfesterben durch agrarpolitische Rahmenbedingungen verstärkt, etwa durch die an Fläche geknüpfte Verteilung der EU-Agrarsubventionen oder durch bestimmte Marktregulierungen. Diese begünstigen vor allem größere und wirtschaftlich besser ausgestattete Betriebe, während kleinere Höfe zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Kritiker sprechen daher von einer politischen Mitverantwortung, da viele politische Maßnahmen dem öffentlich betonten Ziel, bäuerliche Strukturen zu erhalten, in der Praxis widersprechen (www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/heuchelei-hoefe sterben-559691). Eine Studie der DZ-Bank geht davon aus, dass bis zum Jahr 2040 nur noch rund 100 000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland existieren werden. Die durchschnittliche Betriebsgröße wird weiter zunehmen, während das traditionelle Modell des selbstständig wirtschaftenden bäuerlichen Familienbetriebs zunehmend an Bedeutung verliert (www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/studie-hoefesterben-noch-lange-ende-565027). Wir fragen die Bundesregierung: 1. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach bio und konventionell unterscheiden und vergleichbare Daten verwend
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach bio und konventionell unterscheiden und vergleichbare Daten verwenden)? a) Wie viele davon wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im Haupterwerb und wie viele davon wurden im Nebenerwerb geführt? b) Wie viele Höfe davon haben nach Kenntnis der Bundesregierung ihren Betrieb von Hauptauf Nebenerwerb umgestellt, wie viele von Nebenauf Haupterwerb? c) Wie viele davon waren nach Kenntnis der Bundesregierung familiengeführt?
2. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweine-, Rinder-, Milchvieh-, Hühnerund Putenhaltung in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach bio und konventionell unterscheiden, nach Nutztierart aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)? a) Wie viele davon wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im Haupterwerb und wie viele davon wurden im Nebenerwerb geführt? b) Wie viele Höfe davon haben nach Kenntnis der Bundesregierung ihren Betrieb von Hauptauf Nebenerwerb umgestellt, wie viele von Nebenauf Haupterwerb? c) Wie viele davon waren nach Kenntnis der Bundesregierung familiengeführt?
3. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Wachstumsschwelle der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach bio und konventionell unterscheiden und vergleichbare Daten verwenden)?
4. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Wachstumsschwelle der landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweine-, Rinder-, Milchvieh-, Hühnerund Putenhaltung in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach bio und konventionell unterscheiden, nach Nutztierart aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
5. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland nach der Fläche entwickelt (bitte für jedes Jahr und in den Schritten <10 ha, 10 bis 50 ha, 50 bis 100 ha, 50 bis 200 ha und >200 ha angeben sowie nach bio und konventionell unterscheiden)?
6. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweine-, Rinder-, Milchvieh-, Hühnerund Putenhaltung in den letzten 20 Jahren in Deutschland nach der Fläche entwickelt (bitte für jedes Jahr und in den Schritten <10 ha, 10 bis 50 ha, 50 bis 100 ha, 50 bis 200 ha und >200 ha angeben sowie nach Nutztierart aufschlüsseln und nach bio und konventionell unterscheiden)?
7. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Fläche landwirtschaftlicher Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr und in ha angeben, nach bio und konventionell unterscheiden sowie nach Nutztierart aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
8. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Fläche landwirtschaftlicher Betriebe mit Schweine-, Rinder-, Milchvieh-, Hühnerund Putenhaltung in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr und in ha angeben, nach bio und konventionell unterscheiden sowie nach Nutztierart aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
9. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der durchschnittliche Tierbestand an Rindern, Milchvieh, Schweinen, Hühnern und Puten in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach Nutztierart aufschlüsseln, nach bio und konventionell unterscheiden und vergleichbare Daten verwenden)?
10. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der durchschnittliche Tierbestand pro Hof an Rindern, Milchvieh, Schweinen, Hühnern und Puten in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach Nutztierart aufschlüsseln, nach bio und konventionell unterscheiden und vergleichbare Daten verwenden)?
11. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil an ökologisch bewirtschaftetem Ackerland in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben und vergleichbare Daten verwenden)?
12. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele Landwirte in den kommenden fünf Jahren (schätzungsweise) in den Ruhestand gehen werden, und wenn ja, welchen Einfluss wird das nach Einschätzung der Bundesregierung auf das „Höfesterben“ (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) haben?
13. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Insolvenzen bei landwirtschaftlichen Betrieben in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach Betriebsform aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
14. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Gesamtverschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten 20 Jahren in Deutschland entwickelt (bitte für jedes Jahr angeben, nach Betriebsform aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
15. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die landwirtschaftlichen Einkommen in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland entwickelt, und sieht die Bundesregierung diesbezüglich Handlungsbedarf, und wenn ja, inwiefern (bitte für jedes Jahr angeben, nach Betriebsform aufschlüsseln und vergleichbare Daten verwenden)?
16. Wird die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vereinbarte einkommenswirksame Ausgestaltung der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie deutlich gesteigerte für die „Erbringung von Klima-, Umweltund Tierwohlleistungen“ umsetzen (www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koalitionsvertrag.pdf, S. 42)? a) Wenn ja, wie konkret, bis wann, und erwartet die Bundesregierung dadurch einen positiven Effekt auf die Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft? b) Wenn nein, warum nicht?
17. Wird die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vereinbarte Evaluierung und Überarbeitung der Umsetzung der EU-Richtlinie über unfaire Handelspraktiken, um einen Wettbewerb mit fairen Erzeugerpreisen im Lebensmittelmarkt zu ermöglichen, umsetzen (www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koalitionsvertrag.pdf, S. 43)? a) Wenn ja, wie konkret, bis wann, und erwartet die Bundesregierung dadurch einen positiven Effekt auf die Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft? b) Wenn nein, warum nicht?
18. Wird die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vereinbarte vollständige Einführung der Agrardieselrückvergütung umsetzen (www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koalitionsvertrag.pdf, S. 43)? a) Wenn ja, wie konkret, bis wann, und erwartet die Bundesregierung dadurch einen positiven Effekt auf die Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft? b) Wenn nein, warum nicht?
Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage erscheint als eigene Drucksache und ist hier nicht abgedruckt. Sie ist über die Parlamentsdatenbank des Deutschen Bundestages unter derselben Vorgangsnummer zu finden.
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