Rede im Bundestag
Transatlantisches Wirtschafts- und Handelsabkommen (CETA)
1. Dezember 2022 · 12:14 Uhr · 73. Sitzung · TOP 9 · 00:04:04
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
Frau Pr�sidentin! Meine Damen und Herren! 200.000 Menschen
demonstrierten im September 2016 in ganz Deutschland gegen CETA und TTIP.
Vorneweg damals auch die heutige gr�ne Au�enministerin
Annalena Baerbock. Sie und ihre Mitstreiter brachten Angela Merkel und ihren damaligen
Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel von der SPD dazu,
das 2017 von der EU-Kommission unterzeichnete Abkommen im Bundestag
�ber die gesamte Legislatur nicht zu ratifizieren.
Zu heftig schien damals der gesellschaftliche Gegenwind.
Dass nun ausgerechnet die Ampelmehrheit mit Frau Baerbock als
Au�enministerin die Ratifizierung vollzieht, ist ein bemerkenswerter Vorgang. Die Tatsache, dass die Verhandlungen zwischen Kanada und der EU sieben
Jahre und die Ratifizierung durch die Bundesregierung jetzt weitere sechs
Jahre, also insgesamt 13 Jahre, angedauert haben, zeigt,
dass dieses Abkommen nicht nur F�rsprecher hat, sondern nach wie
vor h�chst umstritten ist. Bisher kann man anhand der Zahlen festhalten, dass Kanada 2021 laut UN
Comtrade Waren im Wert von 488,5 Milliarden US-Dollar importierte.
Davon stammten lediglich 3,1 Prozent aus Deutschland.
Destatis zufolge lag das Land auf Rang 27 der wichtigsten deutschen
Absatzm�rke. Kanada exportierte hingegen 2021 Waren im Wert von 500,9
Milliarden US-Dollar. Rund 1 Prozent
davon ging nach Deutschland.
Laut Destatis lag Kanada damit auf Rang 36 der wichtigsten deutschen
Bezugsm�rkte. Also, das kann es nicht sein, was den Handel mit dem zweitgr��ten Fl�chenland der Erde
so attraktiv macht. Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit den eben hier vorgetragenen
Zahlen, Daten und Fakten habe ich jedoch nur den Istzustand beschrieben. Die Frage ist jedoch: Wie lange wird dieser noch Bestand
haben? Denn der Inhalt des aktuellen Abkommens muss nicht auch
f�r die Zukunft gelten. Fakt ist, dass mit der Verabschiedung dieses Abkommens die gemeinsamen
Aussch�sse erm�chtigt werden, das Abkommen nachtr�glich auch noch
zu ver�ndern, und zwar - man h�re und staune - ohne eine weitere Befassung
des Deutschen Bundestages. Einer solchen Aushebelung des
Parlaments werden wir von der AfD definitiv nicht zustimmen k�nnen.
Warum will die Bundesregierung trotz allem auf Teufel komm raus dieses
Abkommen? K�nnte es vielleicht daran liegen, dass Kanada mit fast
200 Milliarden Kubikmetern Erdgasproduktion j�hrlich die
f�nftgr��te Menge weltweit f�rdert?
Demnach muss man doch sehr stark annehmen, dass das CETA-Abkommen nur
die verschleierte �berschrift ist f�r ein zuk�nftiges Gas- und
�labkommen zwischen Deutschland und Kanada. Aber wie passt diese Farce
mit der ach so umweltfreundlichen R�ckschrittskoalition eigentlich
zusammen? Wie wir meinen, gar nicht. Denn w�hrend rund
71 Prozent des Gases in Kanada durch Fracking gef�rdert wird,
ist dies in Deutschland seit 2017 verboten, und das aus gutem Grund.
Hier zeigt sich einmal mehr die Doppelmoral der ruin�sen
links-gr�nen Politik. Allein schon der Transport von Gas bzw.
�l von Kanada nach Deutschland w�re um ein Vielfaches teurer,
als wenn wir die diplomatischen Verhandlungen mit Russland suchen und
damit weiterhin die Energie- und Versorgungssicherheit der deutschen
Bev�lkerung sichern w�rden. Wenn ich mir jetzt zum Schluss noch den Antrag der Union ansehe,
dann habe ich den ganz b�sen Verdacht, dass das Ziel der Union
eigentlich nur die Zerst�rung der deutschen Landwirtschaft sein kann.
Nicht anders ist es n�mlich zu erkl�ren, dass die ehemalige
selbsternannte Bauernpartei die Ratifizierung des Mercosur-Abkommens
fordert und damit Millionen Tonnen an s�damerikanischem Billigfleisch nach
Deutschland importieren will und damit die Landwirte auf dem Altar des
Freihandels opfert. Dazu k�nnen wir als AfD nur sagen: Mit uns wird auch dieses Abkommen so
nicht zu machen sein. Vielen Dank.
Das Wort hat der Kollege Christian D�rr f�r die FDP-Fraktion.
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