Rede im Bundestag
Vermarktung regionaler Lebensmittel
28. Januar 2022 · 11:04 Uhr · 15. Sitzung · TOP 11 · 00:03:10
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Was gesagt wurde
Wortlaut aus der Untertiteldatei des Deutschen Bundestages. Automatisch erstellt – kleinere Abweichungen vom gesprochenen Wort sind möglich. Verbindlich ist das Plenarprotokoll.
AfD-Fraktion, und es ist seine erste Rede im Deutschen Bundestag.
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Der hier vorliegende Antrag ist eine Fortführung der Misswirtschaft in
der Agrarpolitik in den vergangenen 16 Jahren unter Federführung der Union. Wir sind uns einig, dass es dem deutschen Agrarsektor nicht gut geht. Das liegt aber eben bestimmt nicht daran, dass unsere deutschen Produkte
im Ausland unbekannt wären. Werte Kollegen der CDU,
Sie schreiben ja selber: Agrarprodukte made in Germany sind im
In- und Ausland hochgeschätzt und stark nachgefragt.
Wozu also noch eine neue Agentur? Die wahren Gründe sind doch vielmehr, dass die verfehlte
Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte den deutschen Agrarsektor in ein
Trümmerfeld verwandelt hat. In den letzten 16 Jahren mussten 133.000 Betriebe für immer schließen;
das sind 23 Betriebe pro Tag unter Federführung der Unionsregierung.
Man muss sich das einmal ganz konkret vor Augen führen: Unter Ihrer
Ministerin Klöckner, die leider gerade gegangen ist, starb jede Stunde ein Hof. Hinzu kamen noch zahlreiche
Verordnungen, wie die neue Düngeverordnung, und die
Grünstreifen an den Äckern, die das Leben unserer deutschen
Landwirte bestimmt nicht leichter machen.
Nun beantragen Sie eine nationale Agrarmarketingagentur,
um unsere Produkte im In- und Ausland bekannter zu machen.
Ich frage Sie: Bekommen die Bauern einen Euro mehr für ihre Erzeugnisse
durch diese Agentur? Wie unterstützt diese Agentur junge Landwirte, wenn sie
Ackerland erwerben wollen? Wie schützt diese Agentur vor Bodenspekulanten, die die Preise für Ackerland immer mehr in die Höhe treiben?
Hat ein Hektar Ackerland vor 20 Jahren noch rund 1.000 Euro gekostet,
so werden heute regelmäßig mehr als 20.000 Euro verlangt.
Liebe Kollegen der CDU/CSU, das sind doch die Fragen und
Probleme, die wir in unserem Land beantworten bzw. lösen müssen,
und eben nicht die Schaffung neuer Versorgungsposten in Form nationaler
Marketingagenturen.
Wir brauchen auch keine neue Werbestrategie, um das Image der
Landwirtschaft zu verbessern. Es würde schon reichen, wenn die selbsternannten grünen
Klimaaktivisten aufhören würden, eine permanente Schmutzkampagne gegen
die klassische konventionelle Landwirtschaft zu fahren.
Ein letztes Wort noch zu Ihrem Allheilmittel Export.
Mit Ihrer verfehlten Exportpolitik treiben Sie die Landwirte in den
wirtschaftlichen Ruin und sorgen Sie lediglich dafür, dass Know-how und
Technik ins Ausland abwandern. Selbst ein Clemens Tönnies investiert jetzt dank unerfüllbarer
Auflagen vor Ort lieber 75 Millionen Euro in einen neuen Schlachtbetrieb
in Spanien, als in Deutschland Arbeitsplätze zu schaffen.
Sehr geehrte Damen und Herren, als AfD sind wir davon überzeugt,
dass moderne bäuerliche Betriebe mit Verwurzelung in der Region am besten
geeignet sind, umwelt- und marktgerecht zu produzieren.
Ihren Antrag zur Schaffung einer nationalen Agrarmarketingagentur
lehnen wir daher ab.
Vielen Dank, Herr Kollege.
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